Unzufriedenheit prägt den Weltlehrertag am Samstag

Vorarlberg / 04.10.2019 • 19:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

ALTACH Heute kommen anlässlich des Weltlehrertages auch die Pädagoginnen und Pädagogen Vorarlbergs zusammen. Man trifft sich im KOM in Altach. 90 Personen haben sich angesagt.

In Feierlaune sind die Lehrerinnen und Lehrer nicht. Im Gegenteil: Es rumort. „Die Kolleginnen und Kollegen ärgern sich über die Bildungsdirektion und das Ministerium, beziehungsweise über die Schulpolitik des Unterrichtsministeriums“, berichtet Lehrervertreter Willi Witzemann (60). „Die Direktoren beschweren sich über die Flut von Änderungen, die sie zu bearbeiten haben. Viele Kollegen beklagen aber auch den großen Aufwand, den sie an den Schulen aufgrund des Lehrermangels zu bewerkstelligen haben“, ergänzt Witzemann.

Es komme vermehrt zu kurzfristigen Versetzungen und „Notbetrauungen“ an den Schulen, Überstunden und Belastungen einhergehend mit Krankenständen seien die Folge. „Der Aufwand, den die Schulleiter aufgrund der überbordenden Bürokratie zu erledigen haben, hat ein Maß erreicht, dass es vielen Direktoren einfach reicht“, kritisiert Witzemann.

Kuriose Blüten des Datenschutzes

Kuriose Blüten treibe auch die Datenschutzgrundverordnung. „Es werden seit zwei Jahren keine Fahrtkosten mehr ausbezahlt, da die Daten nicht übermittelt werden dürfen. Auch die Noten der Volksschule dürfen nicht an die Mittelschulen überliefert werden und können daher nicht zu den Orientierungsmaßnahmen herangezogen werden“, nennt der Lehrervertreter Beispiele.

Nicht umsonst, glaubt Witzemann, finde man so schwer neue Schulleiter. „Statt diesen Beruf wieder attraktiver zu machen, geschieht das genaue Gegenteil.“

In der Kritik an der großen Schulverwaltungsreform mit der Einführung der Bildungsdirektionen werden die Vorarlberger Lehrer auch von den Bundesgewerkschaftern unterstützt. VN-HK