15-Jähriger zum vierten Mal verurteilt

Vorarlberg / 05.10.2019 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der angeklagte Jugendliche hat bereits einiges auf dem Kerbholz. ECKERT

Der Anlass war geringfügig, doch langsam wird es eng für den jungen Montafoner.

Feldkirch Die Liste seiner Vorstrafen ist beträchtlich, vor allem für diesen Burschen, der gerade 15 Jahre alt ist, denn erst ab 14 Jahren kann man überhaupt strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Körperverletzung, zwei Mal Einbruchsdiebstahl, Nötigung, schwere Körperverletzung. Erst im Juli war die letzte Verurteilung, einen Monat später gab es in seinem Heimatort schon wieder Ärger mit der Polizei. Zwar zeigen die wenigsten Beamten Jugendliche an, wenn denen in der Hitze des Gefechts eine Beschimpfung herausrutscht, doch in dem Fall war das Maß voll und die Geduld der Beamten, die den jungen Mann bereits kennen, am Ende.

Beamte beleidigt

Im August gab es eine Schubserei in der Jugendclique. Die Polizei kam und als sie weiterfuhr, rief der Teenager den Beamten eine unflätige Bezeichnung nach. Eine Beleidigung, so das Strafgesetzbuch. Vor Gericht zwar selten ein Thema, denn in den meisten Fällen lohnt sich das Einschreiten nicht. Der junge Montafoner hat allerdings rundum Ärger. „Wenn wir zuhause etwas sagen, heißt es nur ‚Halt die Fresse!‘“, erzählt der Vater als Zeuge beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Die Eltern werden mit dem Jungen nicht mehr fertig. Sie sind genervt, dass dauernd die Polizei bei ihnen auftaucht und die Nachbarn sie schon schräg anschauen. In der Schule hat der Bub zu oft geschwänzt, deshalb verpatzte er die Sache mit dem Abschluss, im Februar will er ihn nachholen. Zur Überbrückung hat er eine Stelle, die von einer Sozialinstitution organisiert wurde. „Ich bitte das Gericht, meinem Mandanten eine letzte Chance zu geben“, sagt Verteidigerin Emelle Eglenceoglu.

Kollegin verurteilt

Auch eine 15-jährige Bekannte des Jungen wird verurteilt. Sie wollte ihn in Schutz nehmen und behauptete, er habe den Polizisten lediglich einen schönen Tag gewünscht. Das zählt als versuchte Begünstigung und falsche Beweisaussage. Die Strafdrohung dafür ist zehn Mal höher als jene für die Beleidigung. Doch das Mädchen ist unbescholten, kommt mit Diversion und 40 Stunden Arbeit davon. Der Junge wird zu einem Monat Haft auf Bewährung verurteilt und bekommt einen Bewährungshelfer. Beim nächsten Mal drohen insgesamt fünf Monate Bewährungsstrafe fällig zu werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC