Mordanklage gegen Soner Ö.

Vorarlberg / 07.10.2019 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Soner Ö. auf einer privaten Aufnahme.
Soner Ö. auf einer privaten Aufnahme.

Fall der Bluttat in der BH Dornbirn liegt nun bei der Staats­anwaltschaft.

DORNBIRN  Am 6. Februar 2019 drang der 34-jährige türkische Staatbürger Soner Ö. in das Büro des Sozialamtsleiters der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn ein und verlangte Geld. Es wurde ihm zugesichert, dass die Angelegenheit noch am selben Tag erledigt werde. Der Tatverdächtige verließ das Büro, tauchte aber nach einer halben Stunde wieder auf und fügte dem Abteilungsleiter tödliche Messerstiche zu. Soner Ö. wurde wenig später noch im Bereich des Tatorts gefasst. Wie Gerichtssprecher Norbert Stütler am Montag auf Anfrage der VN bestätigte, ist aktuell die Anklageschrift gegen den Türken am Landesgericht Feldkirch eingebracht worden.

Noch nicht rechtskräftig

Die Anklage lautet auf Mord. Sie ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weshalb ein Verhandlungstermin noch nicht feststeht.

Der Fall hatte auch politisch viel Staub aufgewirbelt. Wie VN-Recherchen ergeben hatten, wusste das zuständige Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass gegen Soner Ö. bereits vor der Bluttat ein Aufenthaltsverbot existierte. Auch seine 15 Verurteilungen aus der Zeit, bevor er vorübergehend abgeschoben wurde, waren bekannt. Trotz Aufenthaltsverbots, Strafakte und Warnungen aus Vorarlberg wurde der Mann auf freien Fuß gesetzt.

Des Weiteren wurden die Sicherheitsmaßnahmen in den öffentlichen Gebäuden in Vorarlberg verstärkt, unter anderem sind sämtliche Bezirkshauptmannschaften mit Schleusen an den Haupteingängen ausgestattet worden. Soner Ö. wurde aus Sicherheitsgründen bis zur Verhandlung von Vorarlberg in die Justizanstalt Innsbruck überstellt. VN-GS