Asfinag verspricht vollen Einsatz für die S 18

Vorarlberg / 08.10.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Schweizer und Lustenauer Ried gab es über Jahre Bodenerkundungen sowie Untersuchungen der Tier- und Pflanzenwelt. VN/STEURER

Trassenentscheidung im kommenden Jahr. 425 Millionen Euro investiert Straßenbauer bis 2025 im Land.

Bregenz Eine konsequente Weiterverfolgung des Projekts Bodenseeschnellstraße S 18 zwischen der österreichischen und der Schweizer Autobahn verspricht Hartwig Hufnagl, neuer Vorstand der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag). „Die Probebohrungen sind weitestgehend abgeschlossen. Wir wissen, dass eine Umsetzung des Projekts technisch machbar ist“, macht der Asfinag-Vorstand jenen Mut, die seit Jahren, ja Jahrzehnten, vehement eine Straßenentlastung im unteren Rheintal fordern. Hufnagel verspricht noch mehr Ressourcen für die Verwirklichung der Entlastungsstraße. „Läuft alles wie vorgesehen, folgt nach der Trassenentscheidung 2020 die Abwicklung der Umweltverträglichkeitsprüfung 2022, mit dem Bau könnte 2025 begonnen werden“, wird Hufnagel konkret.

Z-Variante favorisiert

Stichwort Trasse. Es geht bekanntermaßen um die 8,5 Kilometer lange CP-Variante mit Startpunkt Dornbirn Süd, die als Ostumfahrung Lustenau im Norden der Marktgemeinde entweder über oder unter dem Rhein zur Anschlussstelle nach St. Margrethen führt. Die favorisierte Trasse ist jedoch die Z-Variante mit Startpunkt Dornbirn Nord und einer Streckenführung durchs Ried mit demselben Schlussstück in die Schweiz. Wie die VN bereits mehrfach berichteten, sind beide Varianten baulich umsetzbar.

Bezüglich Zeitplan sieht der scheidende Wirtschafts- und Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (64, ÖVP) die Vorgaben umgesetzt , „auch wenn der Abschluss des konsensorientierten Planungsverfahrens ‚Mobil im Rheintal‘ mit der Präsentation des Schlussberichts bereits acht Jahre zurückliegt“. Rüdisser spart nicht mit Lob an die Asfinag-Mitarbeiter, die sich nicht nur im Zusammenhang mit der S 18 als gute Partner erwiesen hätten.

„Modus der totalen Verhinderung“

Vehement fordert Landeshauptmann Markus Wallner (52, ÖVP) eine rasche Weiterentwicklung des größten Asfinag-Straßenprojekts im Westen Österreichs. „Über 40.000 Vorarlberger warten auf eine Entlastung, 6000 Pendler sind von der Verkehrsüberlastung betroffen. Es gibt kein Verständnis dafür, dass nichts weiter geht.“ Der Landeshauptmann appelliert zudem an die Kritiker des Projekts, nicht in den „Modus der totalen Verhinderung“ zu verfallen.

Neben der S 18 hat die Asfinag in Vorarlberg noch eine Reihe anderer Projekte laufen:

Anschluss Rheintal Mitte: Die Grundablösen sind bereits erfolgt. Einem Spatenstich für das 36-Millionen-Euro-Projekt steht laut Asfinag nichts mehr im Wege.

Umbau Anschlussstelle Bludenz-Bürs: Zwei neue Kreisverkehre und vier neue Brücken befinden sich derzeit im Bau. Bis 2021 soll das Bauwerk fertig sein. Kosten: 28,8 Millionen Euro.

Zusätzlicher Fahrstreifen im Bereich Bludenz-Motafon: Geplanter Baubeginn für die 2,9 Kilometer lange zusätzliche Fahrspur sowie einen 1,5 Kilometer langen Fahrstreifen im Bereich des Dalaaser Tunnels ist der August 2020. Kosten: 47, 5 Millionen Euro.

Geplanter Umbau Anschlussstelle Hohenems: Die Vorbereitungen laufen, ein Budget von 17 Millionen Euro ist vorgesehen.

Weitere Asfinag-Projekte betreffen den geplanten Verkehrskontrollplatz Lauterach sowie die derzeit stattfindenden Sanierungen zwischen Wolfurt und Dornbirn. Diese sollen Ende 2020 abgeschlossen sein und kosten 14 Millionen Euro.