Hobeln, stampfen, salzen und genießen

Vorarlberg / 08.10.2019 • 18:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Daniel, Laurin und Christoph bei der Krautproduktion. Egle (2)
Daniel, Laurin und Christoph bei der Krautproduktion. Egle (2)

OGV Altach lud zum gemeinsamen „Kruthobla“.

Altach Zuerst sind die Krautköpfe noch rund und grün, doch schon bald werden sie fingerfertig zerkleinert und mittels Fermentierung haltbar gemacht. Die Methode zur Herstellung von Sauerkraut ist uralt, war aber zwischenzeitlich fast etwas in Vergessenheit geraten, zu verführerisch der einfache Griff ins Supermarktregal. Doch in den letzten Jahren ist das Sauerkraut Marke Eigenproduktion wieder in Mode gekommen. Die Herstellungsweise ist einfach und simpel, benötigt aber etwas Kraft.

Unter Anleitung des Obst und Gartenbauvereins (OGV) Altach wurde diese alte Tradition nicht nur wiederbelebt, sondern stellt mittlerweile einen absoluten Höhepunkt des Vereinsjahres dar. Zuerst werden die äußeren Blätter der Krautköpfe entfernt und dann mittels Hobel möglichst fein geschnitten. Wer Hilfe braucht, dem stehen die Mitglieder des OGV Altach gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mit den bloßen Händen oder mithilfe eines Stampfers gilt es nun, die Struktur des Krauts zu brechen, ehe alles mit Salz, Lorbeerblätter und Wacholder gewürzt wird. Dies stellt das Grundrezept dar, es steht natürlich jedem frei, dies entsprechend dem eigenen Geschmack zu verändern oder zu verfeinern. So mancher verwendet gerne Kümmel, Zwiebeln, Speck oder einen kräftigen Schluck Weißwein. Dann wird das Kraut in die mitgebrachten Gärtöpfe geschichtet, nun benötigt es rund vier bis sechs Wochen Zeit. Der Fermentationsprozess wird eingeleitet und verwandelt das Kraut in eine wahre Vitaminbombe, die sich perfekt über den Winter lagern und genießen lässt.

Im Laufes des Tages werden mehr als 1,3 Tonnen Kraut gehobelt und eingelegt, abgerechnet wird nach Kilo. Nicht nur Kraut wird verarbeitet, sondern auch die saftigen runden Winter -oder Herbstrüben, im Dialekt „Räben“ genannt. Dort ist die Ernte aber diese Jahr nicht gut ausgefallen, und so ist der Vorrat an rund 200 Kilo „Räben“ schnell verarbeitet und aufgebraucht. OGV-Obmann Herbert Wehinger zeigte sich trotzdem wieder sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Der Zuspruch war wie immer sehr groß und er betont auch die Wichtigkeit das Kraut beim richtigen Mondzeichen zu verarbeiten. Nach der erfolgreichen Sauerkrautproduktion gibt es die verdiente Stärkung. Einen gespritzten Most und dazu Schweinebraten mit Knödel und…richtig geraten…natürlich darf Sauerkraut nicht fehlen. CEG

Obmann Wehinger: „Kraut, Salz, Lorbeer und Wacholder. Mehr braucht es nicht.“
Obmann Wehinger: „Kraut, Salz, Lorbeer und Wacholder. Mehr braucht es nicht.“