Wir sind füreinander da

Vorarlberg / 08.10.2019 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Höhen und Tiefen haben Cili und Sebastian Fischer gemeinsam gemeistert. Karin Lässer
Höhen und Tiefen haben Cili und Sebastian Fischer gemeinsam gemeistert. Karin Lässer

Dornbirn Seit 65 Jahren sind Cäcilia und Sebastian Fischer in Liebe verbunden und blicken an ihrem eisernen Hochzeitsjubiläum auf ein arbeitsreiches Leben mit Höhen und Tiefen zurück. Im Kreis der Familie feiern sie ihren großen Tag im Gasthaus Krone am kommenden Samstag.

Cäcilia, geb. Masal, erblickte 1934 in Hatlerdorf das Licht der Welt und erinnert sich an schöne Kinder- und Jugendjahre mit ihren sechs Geschwistern. Nach dem Schulbesuch arbeitete sie bei F. M. Hämmerle. Bei einem Kaffeekränzle im Vereinshaus lernte sie im Jänner 1954 Sebastian Fischer aus St. Ulrich am Pillersee kennen und verliebte sich in den Molkereimeister. Der drei Jahre ältere Sebastian erzählte ihr gerne von seinem Zuhause und den drei Brüdern und drei Schwestern, mit denen er eine behütete Kindheit erleben durfte. Schon als Bub half er auf Alpen mit und begann 1948 in St. Johann eine Lehre in einer Molkerei und Käserei und besuchte nach dem erfolgreichen Lehrabschluss die Molkereifachschule Wolfpassing.

In Neufelden im Mühlviertel gefiel es ihm nicht so gut, und so entschloss er sich nach einem Jahr, nach Dornbirn als Laborant in die Käserei zu gehen.

Neuer Lebensabschnitt

Da sich recht schnell ein kleines Mädchen anmeldete, führte Sebastian seine Cili am 9. Oktober 1954 in der neu eingeweihten Kirche im Gütle zum Traualtar. Nach einem schönen Hochzeitsfest richtete sich das Paar eine Wohnung in Cilis Elternhaus ein, und bald schlossen sie voller Freude Tochter Ingeborg in die Arme. Nach einer komplizierten zweiten Schwangerschaft blieb Cili auf Wunsch ihres Mannes bei den Kindern zu Hause. Cili ging ganz in ihre Mutter- und Hausfrauenrolle auf, zumal Ingeborg und Dietmar sie ordentlich auf Trab hielten und noch Richard dazu kam. 1957 besuchte Sebastian einen Meisterkurs bei Molkereimeister Booz, der ihm während seiner 15 Jahre, die er in der Großmolkerei Dornbirn beschäftigt war, zugute kam. Eine große Herausforderung für die Eheleute war 1961 die Übernahme von Cilis Elternhaus und der spätere Um- und Zubau. 1968 wechselte Sebastian als Fachberater zum Milchwirtschaftsfonds, wo er ebenfalls 15 Jahre tätig war, bevor er 1994 in den Ruhestand wechselte.

Von den Strapazen des Alltags erholte sich die Familie, solange die Kinder nicht selbstständig waren, bei Sebastians Eltern in Tirol, beim Skifahren und Langlaufen. Cili war begeisterte Keglerin beim Sportverein Lustenau und holte sich gute Plätze in der Landesliga. Nach Sebastians Pensionierung unternahmen sie viele schöne, erlebnisreiche Reisen, die sie nach Tunesien, die Türkei, nach Spanien, Ägypten und Griechenland führten.

Schicksalsschlag

Als ihr Sohn Richard 2010 an einem Krebsleiden verstarb, überwanden sie diese schwere Zeit nur durch den Zusammenhalt in der Familie. Cili und Sebastian sind seinen vier Kindern liebevolle Großeltern und auch die vier weiteren Enkel und neun Urenkel sind ihr ganzer Stolz.

Ruhestand

„Wir genießen den Ruhestand und haben uns nach Sebastians Lendenwirbeloperation und meinem Nierenversagen wieder recht gut erholt, es dauert halt in unserem Alter etwas länger, bis wir wieder ganz zu Kräften kommen“, ist von Cili zu erfahren. Sie wünschen sich, wie könnte es anders sein, vor allem noch einige Jahre in guter Gesundheit.

„Unsere Enkel haben sich in Innsbruck, Salzburg, Luxemburg und Neuseeland Existenzen aufgebaut, und bis auf die Enkel aus Neuseeland werden alle zu unserem Jubiläumsfest kommen“, erklärt Sebastian. „Wir freuen uns sehr.“

Hochzeit in der Kirche im Gütle.
Hochzeit in der Kirche im Gütle.