Hohenems geht beim Wohnen neue Wege

Vorarlberg / 09.10.2019 • 21:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Stadt Hohenems möchte jungen Familien den Traum vom Haus erfüllen.

Hohenems Schaffa, schaffa, Hüsle baua! Mit einem normalen Job und ohne Unterstützung der Eltern – sprich: Erbe – ist dieser Traum in Vorarlberg kaum noch zu verwirklichen. Die Stadt Hohenems versucht nun, mit einem neuen Konzept jungen Familien eben dies wieder zu ermöglichen. Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) ist überzeugt: „Dieses Konzept ist sicherlich auch für andere Kommunen nachahmenswert.“

Die Stadt hat ein eigenes Grundstück gegenüber dem Herrenriedstadion auserkoren. Auf den Miller-Aichholz-Gründen werden kleine Grundstücke parzelliert. Sie sind zwischen 120 und 1722 Quadratmeter groß und sollen vorwiegend jungen Hohenemser Familien über ein niedrigverzinstes Baurecht langfristig zur Verfügung gestellt werden. Am Ende der Laufzeit können sie das Grundstück über einen vorher definierten Restwert erwerben. Damit sollen die Grundkosten bei der Finanzierung des eigenen Hauses zunächst keine große Rolle spielen, betont die Stadt.

Die Grundstücke sollen mit Ein- oder Zweifamilien- sowie Generationenhäusern bebaut werden, das Ziel ist eine verdichtete Siedlungsstruktur mit Freiräumen. „Wir zeigen, dass verdichtete Bauweise nicht nur in die Höhe gehen muss, sondern auch in der Fläche funktioniert“, betont Egger. Der Rahmen wird durch eine Bebauungsrichtlinie vorgegeben, zudem soll der motorisierte Verkehr im Areal reduziert und ökologische Vorgaben gemacht werden. Die Grundstücke werden nach einem Kriterienkatalog vergeben, der sich nach Alter, Wohnbedarf, Einkommen und Vermögen richtet. Egger fährt fort: „Um Baulandhortung zu vermeiden, müssen die Grundstücke innerhalb einer kurzen Frist bebaut und selbst bewohnt werden.“ Das Projekt befinde sich noch in der Konzeptphase, nun beginnen die Detailplanungen.

Am Rande der Präsentation fordert Egger zudem, dass die Landesregierung den Bodenfonds einführt, um Kommunen eine bessere Bodenpolitik zu ermöglichen. Zur Erinnerung: Die Regierung hat diesen eigentlich angekündigt, geworden ist daraus bisher nichts.

„Verdichtung muss nicht in die Höhe, sondern kann auch in die Fläche funktionieren.“