Aufregung bei der Montafonerbahn

Vorarlberg / 10.10.2019 • 19:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Montafonerbahn ist einer der Geschäftsbereiche der mbs-Gruppe.
Die Montafonerbahn ist einer der Geschäftsbereiche der mbs-Gruppe.

FPÖ ortet Ungereimtheiten bei Montafoner Unternehmensgruppe.

Schruns In jüngster Vergangenheit hatte die Montafonerbahn insbesondere aufgrund der geplanten Erweiterung der Bahnstrecke für Aufmerksamkeit gesorgt. Kurz vor der Landtagswahl hat nun die FPÖ Ungereimtheiten beim regionalen Dienstleistungsunternehmen ausgemacht und diesbezüglich eine Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner (VP) gerichtet. Dabei geht es um die Frage, warum der ehemalige Vorstand Bertram Luger bei der Hauptversammlung am 22. August nicht entlastet wurde. Weiters wollen die Freiheitlichen wissen, ob dies mit bisher nicht bekannten Verschiebungen von privaten Aktienanteilen zusammenhängt und was das Land als Miteigentümer (11,22 Prozent) zur Aufklärung dieser Nicht-Entlastung unternommen hat.

Land Minderheitsaktionär

Der Landeshauptmann verweist seinerseits auf die Zuständigkeit des Aufsichtsrates. „Der Aufsichtsratsvorsitzende ist Bürgermeister Herbert Bitschnau vom Stand Montafon, der mit 54,52 Prozent beteiligt ist. Hauptgrund für die aktuelle Diskussion sind noch zu klärende Eintragungen im Aktienbuch. Zur Überprüfung wurde eine externe Prüfung beauftragt“, so Wallner.

Standesrepräsentant Herbert Bitschnau bestätigt indessen, dass Luger bei der Versammlung im Sommer nicht entlastet worden war. Aus rechtlichen und moralischen Gründen wolle er dazu aber keine weitere Stellungnahme abgeben. Nur so viel: Luger habe das Unternehmen viele Jahre lang sehr erfolgreich geführt, dafür gebühre ihm Respekt, so Bitschnau.

Der langjährige mbs-Vorstandsdirektor hatte sich zu Jahresbeginn von der Konzernspitze zurückgezogen und die Führung der Unternehmensgruppe an Ekkehard Nachbauer abgetreten. Gegenüber den VN versichert der ehemalige mbs-Vorstand, den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers bekommen zu haben. „Die Differenzen im Aktienbuch, die es zugegebenermaßen gegeben hat, sind inzwischen bereinigt“, sagt Luger. Dem Vernehmen nach handelte es sich dabei offenbar um einen zweistelligen Betrag.

Bei der mbs-Gruppe handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, weshalb das Auskunftsrecht eingeschränkt ist. Neben Stand Montafon und Land Vorarlberg halten auch die illwerke vkw (11,46 Prozent) Aktienanteile am Unternehmen. Weitere 22,8 Prozent sind auf Kleinaktionäre verteilt. VN-js, tw