Alkolenker nach Unfall verurteilt

Vorarlberg / 11.10.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Mann zeigte sich als Angeklagter geständig und reumütig. ECKERT

23-Jähriger mit 1,7 Promille verursachte Kollision und verletzte Pensionistin schwer.

Christiane Eckert

Feldkirch Anfang März fuhr der 23-jährige Techniker gemeinsam mit zwei jungen Kollegen nach Bregenz und Lauterach. Tagelang genoss man das närrische Treiben des Faschings. Alkohol durfte nicht fehlen und nach zwei Tagen hatte der junge Mann einen Pegel von 1,7 Promille. Gegen 20 Uhr fuhr das Trio noch nach Riefensberg. Der junge Mann ist zwar ortskundig, dennoch missachtete er in der Dunkelheit den Vorrang und fuhr von einer Nebenstraße einfach in die Hauptstraße ein, ohne sich vorher zu vergewissern, ob die Straße frei ist.

Schwer verletzt

Auf der Hauptstraße war zu dem Zeitpunkt eine 64-jährige Rentnerin mit ihrem Pkw unterwegs. Sie wollte nach Deutschland. Alles ging sehr schnell, die Autos kollidierten und zunächst schien niemand verletzt. Erst ein paar Tage später zeigten sich bei der Frau starke Schmerzen, sie ging zum Arzt. Ein unfallchirurgisches Gutachten zeigte auf, dass die Frau eine Brustkorbprellung, eine Zerrung der Halswirbelsäule, eine verletzte Schulter samt Schultergelenk sowie eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Noch heute, sieben Monate später, hat sie Schmerzen, muss weiterhin zur Physiotherapie gehen und es ist ungewiss, ob nicht etwas zurückbleibt. „Ich habe im linken Arm einfach nicht mehr so viel Kraft“, erzählt sie als Zeugin am Landesgericht Feldkirch.

Hohe Strafe

Der junge Mann zeigt sich geständig und es tut ihm auch leid. An Strafrahmen für fahrlässige Körperverletzung drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft. Da er aber bislang unbescholten war, alles zugibt und keine weiteren Erschwerungsgründe dazukommen, kommt er mit drei Monaten bedingter Haft sowie 6000 Euro unbedingter Geldstrafe davon. Eine zusätzliche Verwaltungsstrafe bleibt ihm wegen des Doppelbestrafungsverbots erspart, doch der Führerschein wurde ihm für sieben Monate entzogen. Dem Unfallopfer schuldet er 2000 Euro Teilschmerzensgeld. Laut Gutachten hat die Frau Anspruch auf insgesamt 3300 Euro. Das Urteil von Richter Martin Mitteregger akzeptiert der Verurteilte. Alle sind froh, dass nicht noch mehr passiert ist.

Zum Schluss ein Appell

„Ich hoffe, Sie setzen sich nie mehr alkoholisiert ans Steuer. Sie hätten eine ganze Familie oder Ihre Freunde auslöschen können. Sie hatten Glück im Unglück, auch dass Sie selbst nicht verletzt wurden“, hofft Richter Martin Mitteregger darauf, dass der Angeklagte aus der Sache etwas gelernt hat. Dieser nimmt das Urteil jedenfalls an und entschuldigt sich nochmals bei der Verletzten.