Niederschwelligen Zugang schaffen

Vorarlberg / 11.10.2019 • 21:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Österreichische Apothekerkammer bereitet Ausbildungsprogramm vor.

höchst Niedrige Durchimpfungsraten sind nicht das Problem einzelner Länder. „Das gilt für ganz Europa“, sagt Jürgen Rehak, Präsident der Vorarlberger Apothekerkammer.

Zugang zu Impfungen erleichtern

Andere Staaten haben allerdings schon Lösungen gefunden, und zwar in der Form, dass etwa Massenimpfungen wie die Grippe- oder Zeckenschutzimpfung auch in Apotheken durchgeführt werden dürfen. In der Schweiz, Irland und Frankreich hat sich diese Maßnahme schon vor Längerem etabliert, in Deutschland sollen die Tore der Apotheken im kommenden Jahr zumindest für die Influenza-Impfung geöffnet werden. Auch in Österreich bemüht sich die Apothekerkammer um diese Möglichkeit. Sie soll den Zugang zu Impfungen erleichtern und unkomplizierter machen. Ein Ausbildungslehrgang ist bereits im Entstehen. Rehak hofft, dass in naher Zukunft auch die nötige Erlaubnis folgt.

Ungute Vorboten

Je höher die Durchimpfungsrate, desto höher der Herdenschutz. Das heißt, viele Geimpfte schützen gleichzeitig viele Nichtgeimpfte. Damit dieser Herdenschutz wirken kann, braucht es eine Durchimpfungsrate von mindestens 90 Prozent. Doch davon sind viele Länder inzwischen weit entfernt. „Das wird uns noch Schwierigkeiten machen“, verweist Jürgen Rehak auf die schon gehäuft auftretenden Maserninfektionen als Vorboten einer unguten Entwicklung. Um sie zu stoppen, sollte seiner Ansicht nach auch den Apotheken das Mittel der Impfung in die Hand gegeben werden. In der Schweiz habe sich schon eine Steigerung bei den Impfraten bemerkbar gemacht.

Ausbildung und Wissen

„Es braucht zwar seine Zeit, aber es funktioniert“, erklärt Rehak. Die Voraussetzungen, die es braucht, sind entsprechendes Wissen über die Impfstoffe, die richtige Impftechnik sowie eine notfallmedizinische Ausbildung.In der Schweiz wurden, noch bevor die Genehmigung kam, Ausbildungsprogramme geschaffen und 400 Apotheker im Impfen geschult. „Wir gehen den gleichen Weg“, kündigt Jürgen Rehak an. Die Unterlagen für den Lehrgang sollen noch im Herbst fertiggestellt sein. Schon einmal haben zwei Parteien im Parlament einen entsprechenden Antrag eingebracht, doch der fand zum Bedauern der Österreichischen Apothekerkammer keine Mehrheit. Sie will bei diesem wichtigen Thema jedoch dranbleiben. VN-MM

„Die Impfraten steigen. Es braucht zwar seine Zeit, aber es funktioniert.“

Impfaktion

» Die Impfstoffe können in allen Vorarlberger Apotheken bis zum 31.12.2020 zum Aktionspreis von 85 Euro bezogen werden.

» Der Aktionspreis gilt für alle Kinder, die im ersten Lebensjahr erstmals geimpft werden oder wurden (also auch für die Folgeimpfungen, wenn das Kind bei der ersten Impfung noch nicht ein Jahr alt war).

» Alle Formalitäten, die Zuschüsse betreffend, werden von den Apotheken erledigt.

Lesen SIe im vierten Teil am kommenden Samstag: FSME-Impfung – keine Chance den Zecken.