BMW X5 in Moskau verpfändet

Vorarlberg / 13.10.2019 • 22:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Feldkirch Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautete auf schweren Betrug. Sie unterstellte dem BMW-Liebhaber, dass er beim Kauf seines BMW X5 eine Kreditfinanzierung über die BMW-Bank in Linz beantragte, obwohl er genau wusste, dass er den Kredit nicht zurückzahlen wird können. Doch im Prozess am Landesgericht Feldkirch ließ sich die Sache aufklären.

Der Russe hatte damals einen Job, verdiente ganz gut. So gönnte er sich wieder einen neuen BMW, dieses Mal das Modell X5. In der Folge machte er sich auf in seine Heimat, 4000 Kilometer waren zu bewältigen. Dort erfuhr er, dass seine Mutter schwer krank war und im Spital lag.

Auto verpfändet

Die Kosten für Behandlung und Arnzeien seien immer höher geworden. Er habe um Urlaub angesucht, aber keine zwei Monate frei bekommen und deshalb die Stelle verloren. Er habe seine sterbende Mutter nicht alleine lassen wollen. Außerdem gebe es in Russland keine soziale Versorgung, man müsse alles mehr oder weniger selbst bezahlen, gab der Angeklagte vor Gericht an.

Um die Kosten seiner Mutter begleichen zu können, habe er in Russland erneut einen Kredit aufgenommen und dafür seine Fahrzeuge, den BMW und eine Kawasaki, verpfändet. Dass beide unter Eigentumsvorbehalt standen, wusste er, doch es sei ihm nichts anderes übriggeblieben, so der Mann weiter.

Glaubwürdig

Da anfangs wirklich die Kreditraten beim Autohaus in Linz bedient worden waren und der Mann bereits des Öfteren auf diesem Wege Fahrzeuge gekauft hatte, glaubte ihm Richter Michael Fruhmann, dass er bei Unterzeichnung des Kreditvertrags noch keine Schädigungsabsicht hatte.

Somit gab es einen Freispruch. Dass er die offenen 38.000 Euro zurückbezahlen muss, ist dem Russen klar. EC