Feldkirch kauft alte ÖBB-Lehrwerkstätte

Vorarlberg / 15.10.2019 • 22:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
19.000 Quadratmeter Fläche und mehrere Gebäude erwirbt die Stadt Feldkirch um 5,7 Millionen Euro im Bereich des Feldkircher Bahnhofs. VN/Steurer
19.000 Quadratmeter Fläche und mehrere Gebäude erwirbt die Stadt Feldkirch um 5,7 Millionen Euro im Bereich des Feldkircher Bahnhofs. VN/Steurer

Stadt sichert sich Lehrwerkstätte und großes Grundstück samt Gebäuden um 5,7 Millionen Euro.

Gernot Schweigkofler

feldkirch Die alte Lehrwerkstätte der ÖBB in Feldkirch hat einen neuen Besitzer. Die Stadt Feldkirch hat sich das Gebäude sowie einige Nebengebäude auf einem 19.000 Quadratmeter großen Areal mit Widmung Baufläche-Betriebsgebiet I gesichert. Der Kaufpreis liegt bei 300 Euro je Quadratmeter, 5,7 Millionen Euro beträgt damit der Kaufpreis. Auf dem Gelände befindet sich eine Wagenwerkstätte in Massivbauweise, eine Werkstätte mit Montagegruben, Büroflächen, Schulungsräume und Nebenflächen. Die Nutzfläche der Halle liegt bei über 3240 Quadratmetern. Die ÖBB baut ja bekanntermaßen in Bludenz eine neue Lehrwerkstätte, damit war der Bedarf am Grundstück nicht mehr vorhanden.

Möglicher Schulstandort

Drei Jahre lang habe die Stadt intensiv mit den ÖBB verhandelt, dabei habe auch immer wieder der Ansprechpartner gewechselt, berichtet Bürgermeister Wolfgang Matt. Jetzt sei man froh, dass es gelungen ist, denn das Grundstück habe einen hohen strategischen Wert für die Stadt. Die hat auch schon konkrete Pläne: Wenn die Lehrwerkstätte der ÖBB übersiedelt, das soll spätestens Mitte 2021 der Fall sein, wird hier die Lehrwerkstätte des Feldkircher Poly eingerichtet. Dafür rechne man mit maximal 300.000 Euro Investitionskosten. Die heutige Lehrwerkstatt des Poly wird dann in Klassenräume umgebaut, um dem an der Schule herrschenden Platzmangel Herr zu werden. Mittel- bis langfristig könnte am Gelände überhaupt eine neue Schule entstehen, erklärt der Feldkircher Bürgermeister. Der Standort wäre perfekt für eine regionales Polytechnikum für die gesamte Region Vorderland-Feldkirch geeignet, ist er überzeugt. Mit dem nahen Jugendzentrum, das gegenüber der Gleisanlagen liegt, könnte sich hier ein Jugendcluster bilden. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist günstig.

Der Kauf wurde einstimmig beschlossen. Da der Kaufpreis bis Jahresende fällig wird, musste zudem ein Nachtragsbeschluss für das Stadtbudget erfolgen. Bürgermeister Matt hofft Teile aus einem möglichen Budgetüberschuss 2019 finanzieren zu können, für den Rest werde man eine Fremdfinanzierung vornehmen müssen.

Millionen für Campingplatz

Ein Grundsatzbeschluss, der 5,75 Millionen Euro kosten könnte, wurde in der Sitzung auch noch gefällt. Die in die Jahre gekommenen Gebäude im Waldbad Gisingen sowie am danebenliegenden Campingplatz sollen erneuert werden, zudem ist geplant, den Campingplatz um 4500 Quadratmeter zu vergrößern. 50 neue Stellplätze würden errichtet, eine Gastronomie, ein Mini-Markt und ein Wellnessbereich entstehen. Hier strebt die Stadt einen Baustart im Herbst 2020, spätestens aber 2021 an. Der Antrag fand eine breite Mehrheit, lediglich die Neos sprachen sich dagegen aus.