Matthias Ganahl nimmt an Extrem-Hindernisläufen teil

Vorarlberg / 15.10.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hobbyathlet Matthias Ganahl kriecht unter einem 50 Meter langen Stacheldraht durch. Das ist nur eine Herausforderung unter vielen. SPORTOGRAF

Der Montafoner Matthias Ganahl nimmt erfolgreich an Extrem-Hindernisläufen teil, sogenannten „Spartan Race“.

Bartholomäberg Fit wie ein Turnschuh ist er. Aber Matthias Ganahl trainiert auch oft. Drei Mal in der Woche geht er joggen und überwindet dabei jedes Mal rund 400 Höhenmeter und eine Distanz von 12 bis 15 Kilometer. Zudem spielt er im Winter Eishockey. Die Spieler des Eishockey Clubs „Montfort Rhinos“ trainieren von Oktober bis März zwei Mal in der Woche auf dem Eis. Hinzu kommt, dass Ganahl als Installateur einen körperlich anstrengenden Beruf ausübt. „Ich bin den ganzen Tag am Bau und muss oft schwer tragen. Von daher habe ich schon eine Grundkondition.“ Manchmal nimmt er auch an Laufveranstaltungen teil, wie zuletzt am 3-Länder-Marathon am vergangenen Sonntag. All dies macht er, um in einer anderen sportlichen Disziplin erfolgreich mitmischen zu können.

Der 33-jährige Montafoner nimmt seit zwei Jahren an Extrem-Hindernisläufen, sogenannten „Spartan Race“ teil. Und das kam so: Ganahl sah im Fernsehen ein Spartan Race und war auf Anhieb fasziniert. „Die Herausforderung reizte mich. Denn diese Sportart fordert von dir nicht nur Ausdauer, sondern auch Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Verstand, Geschicklichkeit, Balance und Koordination.“

60 Hindernisse überwinden

Beim Spartan Race müssen neben einer Laufdistanz bis zu 60 Hindernisse überwunden werden. Hindernisse sind beispielsweise: Überwinden einer Kletterwand und einer Slackline, Überspringen brennender Balken, an Tauen hochklettern, Speerwurf, unter einem 50 Meter langen Stacheldraht durchkriechen oder 30 Kilo schwere Sandsäcke einen Berg hinaufschleppen. Schafft man ein Hindernis nicht, muss man stattdessen 30 Burpees (eine Mischung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung) machen.  

„Wenn ich es schaffen will, dann schaffe ich es auch.“

Matthias Ganahl, Spartan-Athlet

Allein in diesem Jahr hat der Hobbyathlet schon 22 Rennen erfolgreich bestritten. „Mein Ziel ist es, unter die ersten zehn zu kommen. Das schaffe ich meistens.“ Dass er sogar schon ein paar Mal auf dem Stockerl stand, erfährt man erst auf genaue Nachfrage. Seinen größten Erfolg errang er im September bei einem Lauf in Schottland, bei dem er eine Strecke von 52 Kilometern zurücklegen und 60 Hindernisse überwinden musste und als Zweiter ins Ziel kam. „Meine einzige Ambition war, durchzukommen.“ Allein diese Zielsetzung war schon hochgesteckt. Denn nicht wenige seiner Mitstreiter gaben auf. Auch Ganahl kam bei diesem Rennen an seine Grenzen, dachte aber nicht ans Aufgeben. „Wenn ich es schaffen will, dann schaffe ich es auch. Ich bin zwar an den Punkt gekommen, an dem ich mich gefragt habe, warum ich mir das überhaupt antue. Aber mein Wille war dann doch stärker.“

Durchhaltevermögen und mentale Stärke zeichnen Ganahl aus. Und der Wille, im Sport etwas zu erreichen. Dennoch: Dem jungen Montafoner geht es nicht nur um die sportlichen Erfolge. „Der Spaß ist das Wichtigste. Außerdem lernt man viele Länder und Menschen kennen. Wir Sportler treffen uns immer wieder. Es ist eine tolle Community“, beschreibt er, warum er gerne Spartan-Athlet ist.

2020 möchte er bei der Spartan-Ultra-WM in Schweden teilnehmen und den 24-Stunden-Lauf bewältigen. „Dafür muss ich mich aber noch qualifizieren.“ Er will diese Sportart noch lange betreiben. „Ich kann mir vorstellen, diese Hindernisläufe auch noch im Alter von 60 zu machen. Denn ich will bis ins hohe Alter fit bleiben. Bei Spartan Race trainierst du alles.“

MATTHIAS gANAHL

geboren 17. Mai 1986

Ausbildung Installateur

Familie in Partnerschaft

Hobbys Skifahren, Wandern, Joggen