„Am Papa-Sein ist alles schön“

Vorarlberg / 16.10.2019 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sind ein gutes Team: Markus und sein Sohn Jamaal. Der knapp Zweijährige lebt seit rund einem Jahr bei seinem Vater. 
Sind ein gutes Team: Markus und sein Sohn Jamaal. Der knapp Zweijährige lebt seit rund einem Jahr bei seinem Vater. 

Markus wurde unversehens zum alleinerziehenden Vater.

Dornbirn Das Leben bürdete Markus (39) ganz plötzlich Verantwortung für einen Menschen auf. „Ich bin von heute auf morgen mit einem Kind dagestanden“, berichtet Markus. Und das kam so: Seine Freundin, inzwischen ist er getrennt von ihr, wurde mit Jamaal schwanger. Der gemeinsame Sohn blieb zunächst bei der Mutter. Als diese aus gesundheitlichen Gründen eine mehrwöchige Therapie machen musste, gab sie Jamaal in die Obhut des Vaters. Und dort ist das Bübchen bis heute. Denn: „Seine Mutter ist krank und kann für das Kind nicht sorgen.“

Verantwortung ist groß

Wegen Jamaal musste Markus sein Leben komplett umstellen. Früher arbeitete der Dornbirner in zwei Berufen. Untertags war er Installateur, abends Barkeeper. Heute ist er Hausmann und arbeitslos. Auch den Installateur-Job musste er aufgeben, weil er sich nicht mit den Betreuungspflichten vereinbaren ließ. „Als Servicetechniker hatte ich oft Abendtermine.“ Die Abende aber gehören heute ganz seinem Sohn Jamaal. „Ich hole ihn um 17 Uhr von der Tagesmutter ab. Dann koche ich für uns beide. Nach dem Essen dusche ich ihn, dann spielen wir noch ein bisschen miteinander. Gegen 20 Uhr gehen wir gemeinsam ins Bett.“ Tagwache ist zwischen 5 und 6 Uhr. Zum Frühstück gibt es einen Kakao. Den trinkt Jamaal jeden Morgen. „Manchmal mag er auch eine Backerbsensuppe.“

Das Vater-Sein war für Markus eine ganz neue Erfahrung. „Ich musste mich in alles hineinfinden.“ Vor allem musste er lernen, mit der neuen Verantwortung zurechtzukommen. „Die Verantwortung ist groß, aber auch schön.“

„Er gibt mir viel Liebe zurück“

Inzwischen lebt sein knapp zweijähriger Sohn seit fast einem Jahr bei ihm. Das Resümee des Vaters: „Ich würde das Kind wieder zu mir nehmen. Dass es so kam, wie es kam, war gut. Jamaal ist mein ganzer Stolz.“ Markus findet, dass am Papa-Sein alles schön ist. „Jamaal beschert mir jeden Tag schöne Momente. Er gibt mir so viel Liebe zurück. Das bestätigt mich, dass ich doch alles richtig mache.“

Wenn Not am Mann ist oder er mal eine Pause vom Vatersein braucht, kann der Alleinerzieher auf seine Mutter zählen. „Die Oma ist eine große Stütze für mich.“ Nur einmal war sie nicht da, als er sie gebraucht hätte. „Sie war im Urlaub, als ich erkrankte. Ich bin dann trotz Schüttelfrost mit Jamaal ins Hallenbad gegangen.“ Das Wohlergehen seines Sohnes geht Markus über alles. „Das Allerwichtigste ist mir, dass es ihm gut geht.“

Der arbeitslose Mann bedauert, dass das Geld derzeit sehr knapp ist und es im Moment für ihn nicht einfach ist, sich und Jamaal durchzubringen. Er hofft, dass er bald wieder einen Job findet, einen, der sich mit seinen Betreuungspflichten vereinbaren lässt. Aber so viel steht schon fest: Vom Christkind wird Jamaal ein Kinder-Elektro-Auto geschenkt bekommen. „Dafür sorgt meine Mutter.“