Zwei junge Dornbirner erkunden die Welt

Vorarlberg / 16.10.2019 • 16:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Julian Fink und Samuel Nussbaumer bereisten die Welt. EH

Julian Fink und Samuel Nussbaumer erzählen ihre Eindrücke von ihrer sechsmonatigen Weltreise.

dornbirn Sie sind gute Kollegen, beide 22 Jahre jung, sie lieben die Herausforderung, sind hungrig nach Abenteuer und neugierig auf die schönsten Plätze der Welt. Julian Fink und Samuel Nussbaumer aus Dornbirn präsentierten kürzlich ihre Erlebnisse in einem Videovortrag. Mit ihren Geschichten und imposanten Bildern nahmen sie die Besucher mit auf ihre sechsmonatige Reise durch Ecuador, USA, Kanada, Neuseeland Australien, Dänemark, Norwegen und Schweden.

Der Impuls, eine Weltreise zu unternehmen, entstand unlängst, im Sommer 2018. Julian wollte mehr von der Welt entdecken. Ganz nach seiner Devise: „Let the good times roll“ startete er zuerst eine Kurzreise nach Norwegen. Etwas vom Beeindruckendsten im Norden des Landes war für ihn die Fahrt auf einem Kajak durch die Lofoten, erzählt er, und weiter von seiner Reise, die er nach Ecuador zum Höhenbergsteigen unternahm.

Dort sei es die Besteigung eines 6300er gewesen, die Lust auf Mehr machte. In dieser Höhe sei die Luft schon extrem dünn geworden, schildert der junge Hatler die Herausforderung auf dem Weg zum Gipfel. „Zum Glück war ich top akklimatisiert, trotzdem kam ich an meine Grenzen. Wetterbedingt waren drei Anläufe nötig.“
Er erzählt auch von der Übernachtung auf dem High-camp (5300 m), weil auf der Hütte kein Platz mehr war. „Wir waren zu dritt, Johannes, Daniel und ich waren Ecuadorianern beim Aufbau ihres Zeltes behilflich, dafür durften wir bei ihnen übernachten. Es war sehr kalt“, erinnert er sich an die extreme Nacht ohne Schlafsack, „doch dann, wenn du nach drei Anläufen bei Sonnenaufgang ganz oben auf dem Gipfel des Chimborazo auf 6310 Metern stehst, ist alles andere vergessen“, schwärmt Julian von diesem prägenden Erlebnis.

Weltreise

Einen Monat später war es so weit. Es war Ende Jänner dieses Jahres. Julian startete mit seinem Kumpel Samuel die große Reise. Zuerst in die USA, anschließend nach Kanada zum Heliskiing in den Rocky Mountains. „Bei minus 40 Grad war das weiße Abenteuer eine extreme Herausforderung“, will Samuel auch unangenehme „Randerscheinungen“ aufzeigen.

Auf dem Berg Reinebringen in den Lofoten Norwegens mit Blick auf das kleine Dorf Reine.
Auf dem Berg Reinebringen in den Lofoten Norwegens mit Blick auf das kleine Dorf Reine.

Nach einer kurzen Rückkehr ins Ländle hoben die beiden Weltenbummler erneut ab. In Neuseeland blieben sie eineinhalb Monate, bevor sie Australien ins Visier nahmen. „In Neuseeland kannst du alles machen. Am Morgen steigst du auf einen Gletscher, am Nachmittag badest du im Meer an einem der traumhaften Strände“, sind beide von der Vielfalt dieses Landes begeistert. Nach der Umfahrung der Nordinsel an der Küste entlang, wechselten sie auf die Südinsel. Dabei überraschte sie ein heftiges Unwetter. „Es regnete zwei Tage ununterbrochen, das Überschwemmungen im Regenwald zur Folge hatte, wir konnten nicht mehr vor und nicht mehr zurück. So änderten wir kurzerhand unseren Plan und besichtigten die Insel auf einer anderen Route“, erzählt Samuel getreu seinem Motto: „All’s schätzo, und so nio wie’s kut.“

Schlüsselerlebnis

Das Schlüsselerlebnis schlechthin sei die Besteigung des Mount Taranaki (2518 m) gewesen. Der Vulkan liegt an der Westküste der Nordinsel von Neuseeland und sei meist von Wolken umhangen. „Wir hatten unwahrscheinliches Glück. Das Wetter war optimal. Dadurch war der See, der am Fuße des Berges liegt, auch einmal total ruhig.“ Dieses Phänomen gäbe es nur drei- bis viermal im Jahr. „Dieses Glück muss man haben, wir beide hatten es, und so konnte Samuel, „er ist ja der Fotograf“, lacht Julian, „super Fotos machen.“

„Das war landschaftlich das Schönste, das wir je gesehen haben“, sind sich beide einig. Einig sind sie sich auch darüber, dass sie vielleicht noch einmal eine Videopräsentation zeigen werden. Eine kleine Kostprobe davon geben sie mit drei einmaligen Aufnahmen aus Neuseeland und Norwegen. eh