Bludesch führt mit Bürgerbefragung Pilotprojekt durch

Vorarlberg / 17.10.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Michael Tinkhauser und Geschäftsführer Karl-Heinz Marent im Gespräch mit der VN Heimat. VN/JLO

Lagesondierung in Bludesch.

Bludesch Kürzlich wurde in der Blumenegg-Gemeinde Bludesch eine Bürgerbefragung durchgeführt, im Rahmen derer das Wohlbefinden und Potenziale in der Dorfentwicklung erhoben wurden. Federführend waren hier neben der Gemeinde das familieplus-Team sowie die Arbeitsgruppe Soziales, angeleitet durch den Verein „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“.
„In den vergangenen Jahren wurde in der Gemeinde vieles durchgesetzt“, informiert Karl-Heinz Marent, Präsident des Vereins, gleich vorab. „Den Verantwortlichen ist hier aber aufgefallen, dass in der Bevölkerung wenig Motivation bestand, sich aktiv an Projekten zu beteiligen.“ Aus diesem Grund sollte erhoben werden, wo die Gemeinde Akzente setzen kann.

Durchwegs zufrieden

In einem ersten Schritt entstand ein Fragebogen, der die Themenblöcke Information und Beteiligung, Dorfgemeinschaft, Wohlbefinden (Gesundheit), Zufriedenheit und statistische Angaben inkludierte. Die Unterlagen wurden sodann an alle Einwohner ausgegeben. Die Ergebnisse der 238 retournierten Fragebögen zeigten größtenteils eine zufriedene Bevölkerung. „Mit der Infrastruktur beispielsweise sind unsere Bürgerinnen und Bürger sehr zufrieden. Dasselbe gilt auch in Sachen Informationspolitik der Gemeinde“, so Bürgermeister Michael Tinkhauser.

Ein wenig unzufrieden

„Schlechter abgeschnitten hat der Punkt Dorfgemeinschaft, auch in Bezug auf Verkehr gibt es viele Fragen“, führt Tinkhauser aus. In Bezug auf die Dorfgemeinschaft wünscht sich die Bevölkerung eine stärkere Integration hinzugezogener Bevölkerungsgruppen. „Ich sehe im geplanten Familienzentrum, das im Campus Bludesch beheimatet ist, einen großen Impuls für eine künftig stärkere Integration“, sagt der Bürgermeister, und weiter: „Auch der Campus selbst soll zur Stärkung der Dorfgemeinschaft beitragen.“ Bezüglich Verkehr seien die Sicherheit an der Landesstraße, landwirtschaftlicher Schwerverkehr sowie der ÖPNV wiederkehrende Themen gewesen.

Soziales Engagement

Ein weiterer Punkt war jener des Wohlbefindens. „Wir haben hier die fünf Fragen der WHO herangezogen, mit welchen die seelische Gesundheit einer Bevölkerung hervorgehoben werden kann“, so Marent. „Im Schnitt liegen die Anwohner im gesunden Bereich.“ Marent und Tinkhauser sind sich hier aber einig, dass sich die Gemeinde stärker in sozialen Themen engagieren muss, insbesondere was Vereinswesen und Ehrenamt betrifft. „Die Gemeinde muss sich hier wieder stärker einklinken und koordinieren“, so Tinkhauser, der das auch umgehend begründet: „Das seelische Wohlbefinden ist nämlich eine wichtige Stütze in der Gesundheit eines Menschen, insbesondere im Alter.“

Bevor nun auf die Ergebnisse reagiert werden kann, müssen laufende Projekte abgeschlossen werden, wie Tinkhauser informiert. Die Ergebnisse können aber als Hilfestellung für die neue Gemeindevertretung 2020 dienen.

Vorbildgebend

Auch der Verein „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“ zieht seine Schlüsse aus der Befragung. „Durch vorhergehende Fragerunden konnten wir schon viele Daten in Bezug auf die Dorfläden in der Region sammeln, so wie jetzt waren die Befragungen aber nie konzipiert“, erläutert Marent. Nun werde man den Fragebogen noch verfeinern, sodass er künftig auch für andere Gemeinden eingesetzt werden kann.