Nachwuchsprogrammierer nehmen Herausforderung an

Vorarlberg / 17.10.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dozent Daniel Rotter bringt derzeit am Freitagnachmittag seiner Code Base Camp-Gruppe die Grundlagen von JavaScript näher.  VN/STEURER

Im Code Base Camp geht es im zweiten Modul in die Tiefen des Programmierens.

dornbirn „Ich bin begeistert, mit welcher Konzentration die Jugendlichen bei der Sache sind“, fasst Regine Kadgien die Stimmung beim zweiten Modul des Code Base Camps zusammen. Die 50 Teilnehmer schnuppern gerade entweder an sieben Freitagnachmittagen oder Samstagvormittagen an der Fachhochschule Vorarlberg in die Welt des Programmierens. „Wir haben erstmals den Samstagvormittag angeboten und sind überrascht, wie gut das angekommen ist“, erklärt die Studiengangsleiterin. Sie streut den Jugendlichen Rosen, weil diese hochmotiviert an den Computern sitzen. Und das direkt im Anschluss an die Schule oder in ihrer Freizeit.

Digitale Welt auf spielerische Art

Ziel des Code Base Camps ist es, Interesse an diesem zukunftsträchtigen Digitalisierungsbereich zu wecken und zu zeigen, dass es vielfältige Berufe gibt. „Digitales Know-how ist die neue Währung am Arbeitsmarkt. Deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche möglichst früh mit dem Programmieren in Kontakt kommen und sie ein Grundverständnis dafür vermittelt bekommen“, führt Russmedia-Projektkoordinatorin Julia Lins den Coding Camp-Grundgedanken weiter aus. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung, die heuer bereits zum dritten Mal über die Bühne geht, von Russmedia sowie der Fachhochschule Vorarlberg. Unterstützt wird das Camp zudem vom Land Vorarlberg, der Wirtschaftskammer, den illwerke vkw sowie den Unternehmen Omicron, Blum und Rhomberg. Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren sollen dabei auf spielerische Weise den Umgang mit verschiedenen Programmiersprachen und Tools erlernen.

Eigene Codes schreiben

Im Wintersemester beschäftigen sich die Jugendlichen im Computerlabor der FH mit der Webprogrammierung und der Skriptsprache JavaScript. Dabei folgen sie für je vier Stunden den Erklärungen ihrer Dozenten Daniel Rotter und Sabrina Rosman. Derzeit schreiben die Nachwuchsprogrammierer in JavaScript Codes, die den Umfang eines Rechteckes oder die Fläche eines Quadrates berechnen. Diese Sätze sollen so aufgebaut sein, dass sie wiederverwendbar sind.

Kaum hat Dozent Daniel Rotter seiner Freitagsgruppe diese Aufgabe gestellt, klappern die Tastaturen. Leonard Ramersdorfer, der vor dem Code Base Camp keine Programmiererfahrung hatte, nimmt die Herausforderung an. „Bisher habe ich mich mit Computerspielen beschäftigt und Lego Mindstorms zusammengebaut“, erzählt er. Auf dem Bildschirm des konzentriert arbeitenden 13-Jährigen erscheint trotzdem gleich der erste Lösungsansatz. Der zweite folgt nach kurzer Beratung mit seinem Nachbarn und nach einem Tipp von Daniel Rotter. Innerhalb kürzester Zeit hat Leonard Ramersdorfer den Umfang des Rechtecks programmiert. Der Code für die Quadratfläche folgt noch schneller. Damit hat der junge Rankler die Logik verstanden, die hinter diesem Code steckt. So kommt er Schritt für Schritt seinem Ziel näher: Webseiten interaktiver gestalten und ein eigenes Projekt umsetzen.