Kämpfer für die Arbeitnehmer

Vorarlberg / 18.10.2019 • 16:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zu seinen Anliegen gehörte auch der Umstieg auf die Schiene.
Zu seinen Anliegen gehörte auch der Umstieg auf die Schiene.

Alt-LAbg. (SPÖ) und Alt-AK-Vizepräsident Willi Pröckl (79) verstorben.

bludenz Nach einer schweren, mit großer Geduld ertragenen Krankheit ist Alt-Landtagsabgeordneter und Alt-Arbeiterkammer-Vizepräsident Wilhelm („Willi“) Pröckl (79) am 5. Oktober 2019 verstorben. Er engagierte sich über Jahrzehnte in der Arbeitnehmervertretung und stand von 1987 bis 1994 dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter Vorarlberg als Landesvorsitzender vor. Für sein langjähriges Engagement in der Gewerkschaftsbewegung erhielt er im Jahre 2009 das Goldene Ehrenzeichen des ÖGB.

Er war auch jahrelang im Vorstand und in verschiedenen Ausschüssen der Vorarlberger Arbeiterkammer aktiv.

Pröckl wurde im September 1961 Mitglied der SPÖ. Vom 4. Februar 1987 bis zum 9. Mai 1994 gehörte er dem Vorarlberger Landtag an und war in dieser Zeit Mitglied im volkswirtschaftlichen, sozialpolitischen, landwirtschaftlichen und Kulturausschuss. Auch im Landtag setzte er sich stets für alle Belange der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, vor allem für deren Gesundheit und für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ein. Aber auch die Förderung der Kleingewerbetreibenden und Mittelbetriebe, Mietproblematiken und der Umstieg auf die Schiene – sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr – waren ihm stets ein besonderes Anliegen. Er schied durch Mandatsniederlegung aus dem Landtag aus. 1994 trat er aus der SPÖ aus.

In der Kommunalpolitik engagierte sich Willi Pröckl zwischen 1975 und 1987 als Mitglied der Stadtvertretung von Bludenz, wobei er im Spital-, Sozial-, Landwirtschafts-, Forst- und Verkehrsausschuss sowie Ersatzmitglied des Wohnungsausschusses war. Er war damals auch Ortsvorsteher von Bludenz-Brunnenfeld.

Geboren wurde Pröckl am 8. Mai 1940 in Bludenz als Sohn des aus Obdach in der Steiermark stammenden Zugsführers Ignaz Pröckl, seine Mutter stammte aus Zürich-Wettingen. Nach dem Besuch der Pflichtschulen in Bludenz schloss er bei der Firma Josef Bertsch eine Schlosserlehre mit der Gesellenprüfung ab und war anschließend dort als Monteur tätig. Von 1959 bis 1962 war er Schlosser bei der Lavanttaler Kohlebergbaugesellschaft und wechselte 1963 zu den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), wo er zum Zugsführer ausgebildet wurde. Bis zu seiner Pensionierung 1994 blieb er als Zugsführer bei der Bahn.

1960 heiratete er Sieglinde Steiner, die ihm zwei Töchter gebar.

Neben seinen politischen Funktionen war Willi Pröckl Mitglied des FC Rätia Bludenz und in mehreren Musikvereinen und -kapellen aktiv tätig. Mitglied war er bei der Jugendmusik Don Bosco Bludenz, der Wolfsberger Stadtmusik, der Werkskapelle St. Stephan und der Eisenbahnermusik Bludenz. EE