Bei Flucht aus Gefängnis gestoppt

Vorarlberg / 21.10.2019 • 18:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hatte einst versucht, aus der Justizanstalt Feldkirch zu türmen. Eckert
Der Angeklagte hatte einst versucht, aus der Justizanstalt Feldkirch zu türmen. Eckert

Verurteilter Kroate wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erneut vor Gericht.

Feldkirch Im Mai vergangenen Jahres überfiel ein damals 22-jähriger Kroate die Sparkassenfiliale Dornbirn Haselstauden. Der Mann erbeutete 38.000 Euro, doch die Flucht währte nicht lange, ein Polizist in Zivil hatte den Überfall beobachtet und verfolgte den Flüchtigen. Wenig später wurde er geschnappt, während er auf den Zug wartete. Beim Prozess ging es außerdem noch um den Diebstahl von teurem Spezialwerkzeug. Zurzeit sitzt der Mann in der Haftanstalt Suben. Beim aktuellen Prozess am Landesgericht Feldkirch ging es jedoch um einen anderen Vorfall. Nämlich um Ereignisse während seiner versuchten Flucht aus der Justizanstalt.

Versuchung Baugerüst

Im September, damals also noch vor dem Raubprozess, durften die Häftlinge im Innenhof spazieren. Als die Glocke das Ende des Rundganges einläutete, ergriff der junge Kroate die Gelegenheit am Schopf, wechselte in einen anderen Innenhof, wo ein Baugerüst aufgestellt war und versuchte zu türmen. Der Mann kletterte gemeinsam mit einem anderen Häftling auf das Gerüst und kam immerhin bis zur zweiten Etage. „Dann brach ein Brett und ich fiel nach unten, wo ich sofort überwältigt wurde. Ich sagte immer wieder, dass ich überhaupt nicht aggressiv sei“, so der Beschuldigte.

Die drei als Zeugen einvernommenen Wachebeamten schildern den Ausbruchsversuch etwas anders. Der Häftling sei nicht heruntergefallen, sondern man habe ihn an Händen und Füßen gezogen, um ihn an der weiteren Flucht zu hindern.

Heftig gewehrt

Der Mann habe sich heftig gewehrt, um sich getreten und geschlagen, wobei einer der Beamten leicht verletzt wurde. „Ich hatte zwei blaue Flecken und eine Rippenprellung“, so der Zeuge. Letztere bescherte ihm aufgrund der Schmerzen zehn Tage Krankenstand.

Rund vier Monate später fing der Kroate im Hof eine Schlägerei an. „Es waren sofort so viele Leute auf einem Haufen, ich konnte nichts Genaues sehen“, so ein Wachebeamter im Zeugenstand.

Prozess vertagt

Ein ebenfalls als Zeuge befragter Häftling behauptet jedoch, mit der Faust geschlagen worden zu sein. Um die noch offenen Fragen endgültig zu klären, wurden weitere Zeugen geladen. EC