Erweiterung wird zur Grundsatzfrage

Vorarlberg / 21.10.2019 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die wirtschaftlichen und politischen Vertreter mussten sich letztendlich einer Grundsatzdiskussion stellen. VN/JLO
Die wirtschaftlichen und politischen Vertreter mussten sich letztendlich einer Grundsatzdiskussion stellen. VN/JLO

Politik, Befürworter und Gegner der Rauch-Betriebserweiterung kämpfen bei Info-Veranstaltung um Boden.

Ludesch In knapp 20 Tagen, am 10. November, wird in Ludesch über die Betriebserweiterung des Getränkeproduzenten Rauch, konkret über die Umwidmung der betreffenden Landwirtschaftsflächen, abgestimmt werden. Dementsprechende Anspannung herrscht nun bereits bei den Gegnern, zuvorderst die Initiative Ludesch, und den Befürwortern der Erweiterung, der Firma Rauch.

Vorbereitung und Podium

So wurde die Bevölkerung bereits am Wochendenende von den beiden Lagern an mehreren Standorten über die Standpunkte informiert. Gestern folgte nun ein Informationsabend zur Volksabstimmung, bei welchem Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Bürgermeister Dieter Lauermann, Christoph Aigner von der Initiative Ludesch, Rauch-Geschäftsführer Jürgen Rauch und Hildegard Burtscher, ebenfalls von der Initiative Ludesch und vom Vorarlberger Naturschutzrat, in der mit knapp 500 Zuhörern vollen Blumenegghalle zu Wort gekommen sind.

In einer Einleitung verwies GF Jürgen Rauch auf die kurze Produktionskette beim  Standort sowie Ausgleichsmaßnahmen wie Dachbegrünung, vertikale Begrünung und Rückführung von Wasser. Weiter sollen durch die Erweiterung rund 8000 Lkw-Fahrten eingespart werden, da überschüssige Waren direkt vor Ort gelagert werden können. Anschließend mussten sich die Podiumsteilnehmer den kritischen Fragen des Publikums stellen. So wurde gefragt, wie es sein kann, dass 6,5 Hektar bester landwirtschaftlicher Boden der Landesgrünzone entnommen werden, obwohl es in der Nähe verfügbare, bereits gewidmete Flächen gebe. Rauch erwiderte hier, dass diese nicht verwendet werden können, da andere Unternehmen eigene Interessen verfolgen.

Weiter wurde gefragt, wieso gesetzliche Grundlagen geschaffen worden sind, wenn diese doch bei der ersten Gelegenheit wieder geändert werden können. Hier war Gemeinderätin Heike Hartmann ein, wieso erst jetzt solche Fragen auftauchen und wo diese Bürger waren, als im Rahmen der REK-Entwicklung zur Mitarbeit geladen wurde. Auch konstruktive Vorschläge, wie Entsiegelungsmaßnahmen als Kompensation für Versiegelungen und etwas skurrilere wie die Überbauung der Autobahn wurden angesprochen.

Bis zur Abstimmung dürften beide Seiten ihre Anstrengungen noch intensivieren. So lädt die Initiative Ludesch bereits am Donnerstag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr in das Gemeindezentrum zu dem Vortrag „Eine gesunde Alternative für Neugut“.

Was von der Diskussion bleibt, ist auf jeden Fall ein Vorgeschmack auf die kommende Abstimmung, wie auch eine Teilnehmerin aus Weiler zusammenfasst: „Hier Regeln zu schaffen, wäre eigentlich Aufgabe des Landes, nicht einer Gemeinde. Dann bräuchte es auch keine Initiativen. Wenn eine solche Entscheidung aufgrund einer Volksabstimmung getroffen wird, wird das in der Bevölkerung Risse nach sich ziehen.“