Gemeinsame Raumplanung für Feldkirch und das Vorderland

Vorarlberg / 22.10.2019 • 06:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
200 Interessierte, von Bürgermeistern bis zu „einfachen“ Bürgern, nahmen an der Kick-Off-Veranstaltung teil. REGIO/DIETMAR MATHIS

Mit einer Kick-Off-Veranstaltung startete offiziell die Arbeit an einem regionalen Raumentwicklungskonzept für die Region Vorderland-Feldkirch.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Die Region Vorderland-Feldkirch hat mit der Arbeit an einem gemeinsamen regionalen Raumentwicklungskonzept (regREK) begonnen. Nachdem bereits im Sommer eine große Umfrage unter Jugendlichen in der Region zum Freizeitverhalten stattfand, wurde mit einem „Kick-off“-Event nun ganz offiziell der Startschuss gesetzt. Dabei wurden bereits die ersten Ergebnisse aus Analysen der involvierten Raumplaner von stadtland sowie Rosinak und Partner vorgestellt. Und es wurden von rund 200 Interessierten, die für einen vollen Vinomnasaal sorgten, Bedürfnisse und Problemstellungen abgefragt. Die Präsentationen zeigten die vielschichtigen Themen, die auf die Region zukommen. Einerseits herrscht große Diversität – zur Region gehört Feldkirch, viele Vorderlandgemeinden bilden ein zusammenhängendes, stadtähnliches gemeinsames Siedlungsgebiet, und es gibt die Berggemeinden, die wieder andere Herausforderungen mit sich bringen. Die Entwicklung der Region ist sehr dynamisch, die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Das Flächenangebot für die diversen Nutzungen wird sich aber nicht erhöhen. Es gilt also sorgsam zu planen, dazu soll das regREK dienen.

Der Prozess soll ergebnisoffen sein, die Interessen der Bevölkerung sollen einfließen. Das zeigt auch das Ergebnis der Jugendumfrage. Denn hier wurde als zentraler Wunsch ein Hallenbad für die Region formuliert, ein Projekt, das bei den Gemeinden prinzipiell auf wenig Gegenliebe stößt. Immerhin kostet ein Hallenbad sehr viel Geld in Bau und Erhalt und ist auch beim Ressourcenverbrauch kritisch zu betrachten. Trotzdem werde man sich dieser Diskussion stellen, kündigte Regio-Geschäftsführer Christoph Kirchengast an, dass eine Analyse erstellt werde. Dass das Thema bei der Bevölkerung nicht nur Zustimmung findet, zeigt die Veranstaltung, denn im Rahmen der Ideensammlung äußerten sich viele kritisch dazu.

Am Marktplatz wurde zu diversen Themen diskutiert und auch Meinungen abgeholt. Auch die Bürgermeister (hier Kilian Tschabrun aus Zwischenwasser) brachten ihre Gedanken ein. Regio/ Dietmar Mathis
Am Marktplatz wurde zu diversen Themen diskutiert und auch Meinungen abgeholt. Auch die Bürgermeister (hier Kilian Tschabrun aus Zwischenwasser) brachten ihre Gedanken ein. Regio/ Dietmar Mathis

Auch wenn die Gestaltung des Freizeitangebots eines der zentralen Themen bei der Entwicklung des regREK ist, geht es doch weit darüber hinaus. Ein weiteres Themenfeld, das man sich genau anschauen möchte, sind die Betriebsgebiete, hier soll mehr Miteinander möglich werden. Natürlich spielt auch der Wohnraum eine große Rolle. 37,8 Prozent der gewidmeten Flächen sind noch ungenutzt, trotzdem steigen die Preise. Eine Herausforderung, der man sich stellen will. Dabei sollen jedenfalls die Siedlungsränder gehalten werden.
Der Prozess ist gestartet, jetzt geht es als Erstes darum, ein Zielbild zu entwickeln. Das soll im Frühsommer 2020 präsentiert und mit der Bevölkerung diskutiert werden. Die Inputs werden dann eingearbeitet, ehe im Herbst 2020 die Ziele politisch in allen 13 Gemeindevertretungen der Region abgesegnet werden sollen.