Neustadt ist im Experimentierstadium

Vorarlberg / 22.10.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit einer Eröffnungsfeier wurde die autofreie Neustadt begrüßt. Derzeit beklagen sich gerade Geschäftsleute darüber, dass es zu ruhig ist. ARCHIV/UYSAL

Stadt Feldkirch informiert über Pläne für Attraktivierung der neuen Fußgängerzone.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Seit Juni ist die Neustadt in Feldkirch eine Fußgängerzone. Das wird bis zum Herbst 2020 so bleiben. Dann wird die Neustadt zur Baustelle, denn hier startet die umfassende Erneuerung der Kanalisation der Innenstadt. Danach sollen bauliche Maßnahmen die neue Fußgängerzone attraktiver machen, erklärte am Montagabend bei einer Bürgerveranstaltung Stadtbaumeister Gabor Mödlagl. Der oft vorgebrachten Kritik, dass man bis zu diesem Zeitpunkt mit der Einführung einer Fußgängerzone warten hätte sollen, hält Mödlagl entgegen, dass ebendiese Test- und Experimentierphase wichtig sei. Man habe in den vergangenen Monaten viele Dinge ausprobiert, etwa die Standorte für Fahrräder oder eine neu angezeichnete Ladezone. Diese Testphase sei für eine spätere Umsetzung enorm wichtig. Man überlegte zudem auch eine Tiefgarage unter der Neustadt, diese sei aber ebenso zu teuer wie eine Tiefgarage im Bereich der Marokkanergasse. Jetzt prüft die Stadt, wie es mit einer Tiefgarage am Jahnplatz aussehen könnte: die würde in Verbindung mit einem Bauprojekt errichtet werden.

Ähnlich sieht das auch Edgar Eller. Als Geschäftsführer der Stadtkultur und Kommunikation Feldkirch ist er für die Veranstaltungen und die Bespielung der Fußgängerzone zuständig. Auch hier teste man vieles. Während des Adventmarkts wird beispielsweise der Wochenmarkt hierher verlegt, und im kommenden Jahr würden einige Märkte, die jetzt noch am Sparkassenplatz stattfinden, folgen. Zudem hätten die Anrainer bereits im Juni Initiativen angekündigt, auch die wolle man zulassen. Es gebe nicht „eine Lösung“, sondern die „jeweilige Lösung“, ist Eller zudem überzeugt, dass es schwierig werden wird, alle Partikularinteressen unter einen Hut zu bringen. Die baulichen Maßnahmen nach dem Kanalneubau würden aber mit Sicherheit helfen, die Straße besser bespiel- und nutzbar zu machen.

Die Belebung der Neustadt hat unlängst auch die Stadtvertretung beschäftigt. Einen Antrag der Feldkircher Freiheitlichen, eine Food-Truck-Zone zu schaffen, verwies man an den Wirtschaftsausschuss.

Bauliche Veränderungen

Auch das Aussehen der Neustadt soll sich verändern. Neben neuen Straßenbelägen wird auch geprüft, ob es erstmals Bäume innerhalb der Altstadt geben könnte. Im Bereich Marokkanergasse ebnete die Stadt zudem einem Bauprojekt den Weg, es ist geplant, als Abschluss der Neustadt ein Gebäude zu errichten. Die Verbindung zum Schlossgraben würde dann über ein Tor erfolgen, ansonsten wäre die Neustadt geschlossen. Wie sich das anfühlen könnte, kann man im Rahmen der Potentiale (8. bis 10. November) erahnen – dann wird die Marokkanergasse nämlich bespielt. Die Potentiale 2019 legen generell einen Fokus auf die Neustadt und haben auch ihr Büro im Altstadthaus Sonne in der Neustadt 14 eingerichtet.