Pflegedienst fernab von zu Hause

Vorarlberg / 22.10.2019 • 18:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die rumänische Pflegefachkraft Adriana Berezovski (l.) und Marlies Vögele verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. BI
Die rumänische Pflegefachkraft Adriana Berezovski (l.) und Marlies Vögele verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. BI

Mit viel Engagement in der 24-Stunden-Hauspflege tätig.

Frastanz Eigentlich hatte Adriana Berezovski einen ganz anderen Lebensplan. Sie wurde in Arad, Rumänien, geboren und lebt nach wie vor gerne dort. Besonders die Landschaft sei sehr schön und die Menschen freundlich. Als junge Frau entschied sie sich für ein Jura-Studium, das sie dann auch mit Erfolg absolvierte. Schließlich arbeitete sie bei einem Rechtsanwalt in ihrer Heimatstadt. Bis 2009 die Wirtschaftskrise kam, die alles veränderte: „Meine Arbeitsstelle wurde unsicher. Eine eigene Kanzlei konnte ich wegen den schwierigen sozio-ökonomischen Verhältnissen in Rumänien nicht eröffnen. Mein Mann und ich hatten mit einem Kredit ein Haus gebaut, unsere Tochter wollte studieren. So entschied ich mich für eine weitere dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester, damit ich die Chance bekam, für unsere Familie im Ausland ein ausreichendes Einkommen zu verdienen.“

Adrenalin pur

„Krankenschwester zu sein ist ein schöner Beruf, weil man anderen Menschen tatsächlich helfen kann. Ich dachte früher immer, das ist nichts für mich, weil ich kein Blut sehen konnte. In der Ausbildung habe ich jedoch verschiedenste Praktika gemacht und dabei entdeckt, dass mir dieser Beruf sehr gut liegt. Mittlerweile macht mir eine Blutabnahme gar nichts mehr aus.“

Parallel zur Ausbildung war sie in ihrer Heimatstadt eineinhalb Jahre auch bei der Rettung tätig. „Während meiner Dienste war ich mit den unterschiedlichsten Anforderungen konfrontiert. Aber ich habe diese Herausforderung geliebt, das war Adrenalin pur! Ich verspürte keine Müdigkeit, weil ich alles absolut spannend fand“, erinnert sich die engagierte Gesundheitsfachfrau.

Über eine Vermittlungsorganisation kam die mutige junge Frau erstmals 2012 nach Österreich. Ihre erste Stelle war bei einer alten Frau in Niederösterreich. Dort habe sie sich gleich wohl gefühlt, die Patienten sei wie eine Oma für sie gewesen. Anschließend war sie für zweieinhalb Jahre bei einem Professor in Linz. „Das war auch ein ganz lieber Mensch“, betont sie.

Wertschätzend und liebevoll

Der Umgang mit kranken Menschen liegt ihr. Wenn Adriana Berezovski über ihre Schützlinge spricht, dann ist ihr Ton wertschätzend und liebevoll. Ihre nächste Stelle führte sie vor fünf Jahren nach Frastanz zu Marlies Vögele. Die 61-jährige Volksschuldirektorin hatte ein schwerer Schicksalsschlag ereilt: „Mein Mann Günter hatte im Herbst 2014 einen Herzinfarkt. Nach einer Bypass-Operation erfolgten mehrere Schlaganfälle, die eine Pflege rund um die Uhr für ihn erforderlich machten. Für mich war die Erkrankung ein Schock. Es fiel mir schwer zu akzeptieren, dass Günter, der früher so dynamisch und immer aktiv unterwegs war, in seinem Radius auf Null reduziert wurde. Anfangs war ich wie in Trance. Dass ich in Adriana und der zweiten Pflegerin Hilda aus der Slowakei  Pflegekräfte mit viel Empathie und einer fundierten Ausbildung für die Versorgung von Günter fand, ist ein Glücksfall. Dadurch ist es mir möglich, in Ruhe arbeiten zu gehen.“

Drei-Wochen-Takt

Beide Pflegerinnen wechseln sich im Drei-Wochen-Takt ab. Obwohl die Anreise sehr beschwerlich ist – Adriana ist mit dem Zug 17 Stunden unterwegs – schätzt sie die kurzen Intervalle, denn an ihrer ersten Stelle war sie gleich ununterbrochen fünf Monate lang: „Ich fühle mich wohl hier, mit Marlies verbindet mich ein freundschaftliches Verhältnis. Doch manchmal habe ich auch Heimweh, insbesondere bei Geburtstagen in meiner Familie, Weihnachten oder der Promotion meiner Tochter als Psychologin. Da wäre ich dann doch sehr gerne dabei.“ BI

„Ich fühle mich wohl hier, doch manchmal habe ich auch Heimweh.“

Zur Person

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