T-Shirt-Oktober beunruhigt die heimischen Skigebiete – noch – nicht

Vorarlberg / 23.10.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Lecher Seilbahnchef Michael Manhart steht derzeit noch auf einer grünen Wiese. Bald schon soll sich diese in eine weiße Piste verwandeln. VN/LERCH

Und doch würden die großen Wintersportorte sofort mit der Schneeproduktion beginnen, wäre es kalt genug.

Schwarzach Es gibt kältere Oktober, weiß Gott. Statt ersten Frösten klettert die Quecksilbersäule fast täglich an die 20-Grad-Linie und darüber. Statt in warme Westen gehüllt, läuft es sich an sonnigen Nachmittagen viel angenehmer im T-Shirt durch die Gegend. Dass es bald schon Winter werden soll und die heimischen Skigebiete in Betrieb gehen wollen, daran erinnert derzeit wenig. Dabei stehen die Schneekanonen schon überall schussbereit im Gelände und könnten jederzeit mit der Produktion von technischem Schnee beginnen.

Keine Panik

In Panik geraten die Verantwortlichen ob des goldenen Oktobers nicht. „Wenn es Mitte November noch so ist wie jetzt, können wir langsam nervös werden. Aber jetzt noch nicht“, beschreibt Michael Manhart seine Sicht der Dinge. Der Lecher Seilbahnchef hält nichts von mittelfristigen Wetterprognosen. Viel lieber beschäftigt er sich mit dem, was notwendig ist, wenn es dann so weit ist. „Wir werden zum Saisonstart eine mindestens 30 Zentimeter dicke Schneeschicht brauchen“, erklärt er. „Je mehr davon Naturschnee ist, desto besser und desto billiger kommt uns alles“, weiß Manhart aus Erfahrung.

Mit der Anlegung von Schneedepots will man in Lech beginnen, sobald es die klimatischen Bedingungen zulassen.

Der tolle 13. Oktober

In Brand profitiert man unter den gegebenen Umständen von dem, was man derzeit hat. Der Geschäftsführer der örtlichen Bergbahnen, Hannes Jochum: „Dieser außergewöhnliche Herbst hat uns am 13. Oktober den am stärksten frequentierten Tag der ganzen Sommersaison gebracht. Ich finde es gut, dass es so lange so mild und schön ist.“ Natürlich hoffe man auf einen Kälteeinbruch im November. „Wenn der kommt, ist alles bestens“, will Jochum, der auch Sprecher der Vorarlberger Seilbahnwirtschaft ist, derweil nur positiv denken.

„Der 13. Oktober war der am stärksten frequentierte Tag des Sommers.“

Hannes Jochum, Geschäftsführer Bergbahnen Brandnertal

Bis zum 6. Dezember will man in Brand, wo in den vergangenen Jahren sehr viel in Beschneiungsanlagen investiert wurde, jedenfalls startklar sein. 130 Schneekanonen und Schneelanzen warten auf ihre Nutzung.

Heute Sommer, morgen Winter

Gut fürs Geschäft und ohne negative Nebenwirkungen auf das, was kommen wird, sieht man den außergewöhnlich milden Oktober auch im Montafon. „Die Wandersaison ist derzeit voll im Gang. Wenn es die Umstände erlauben, können wir von einer Woche auf die nächste auf Winterbetrieb umstellen“, unterstreicht Silvretta Montafon-Geschäftsführer Peter Marko die Flexibilität. Eine derart schnelle Umstellung sei im zweitgrößten Skigebiet Vorarlbergs erst zum zweiten Mal möglich. Wenn irgendwie möglich, will man im Skigebiet Silvretta Montafon bereits im November am Hochjoch mit der Wintersaison starten.

So eilig hat man es in Damüls-Mellau nicht. „Wir wollen am 6. Dezember loslegen“, erklärt Geschäftsführer Markus Simma. Auf Futter für die 160 Beschneiungsgeräte wartet man bereits jetzt. „Vier, fünf kalte Nächte nacheinander im November würden uns bei der Beschneiung natürlich schon sehr helfen“, kann sich Simma seinen Wunsch an Petrus nicht verkneifen.