Zapfenstreich für Raucher an Halloween

Vorarlberg / 30.10.2019 • 18:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Kontrolliert wird aber nur bei Beschwerden.

Als eines der letzten Länder in Europa führt nun auch Österreich nach jahrelangen Diskussionen ein absolutes Rauchverbot ein. Die Gesundheitsexperten freut’s, die Gastronomen weniger. Sie fürchten Umsatzeinbußen und den Zorn von Anrainern, wenn die Gäste zum Rauchen rausgehen.

Wie sieht das Ende des Rauchens in der Praxis aus?

Für Andrew Nussbaumer, Fachgruppenobmann der Gastronomiebetriebe ist klar: „Ich werde an Halloween um Mitternacht sicher keine Diskussion anfangen und die Gäste auffordern, mit dem Rauchen aufzuhören.“ An Allerheiligen werden dann die Aschenbecher weggeräumt, die grünen Pickerl kommen herunter und die roten Rauchverbot-Pickerl hinauf.

Sind noch Ausnahmeregelungen denkbar bzw. möglich?

Dieser Zug ist nach Ansicht von Nussbaumer abgefahren. „Wir haben versucht, etwa für Shisha-Bars eine Lösung zu finden“, betont er. Auch die Barbetriebe hofften bis zuletzt auf Ausnahmegenehmigungen. Laut Andrew Nussbaumer macht es letztlich aber Sinn, dass das Rauchverbot für alle gilt. Wirtschaftliche Argumente lässt er nicht gelten. Dann müssten eben die Konzepte überdacht werden.

Wird die Einhaltung des Rauchverbots kontrolliert?

Es gibt keine routinemäßigen Kontrollen. Die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Verwaltungsstrafbehörde wird nur aufgrund von Meldungen, Beschwerden oder Anzeigen tätig. In einem solchen Fall erfolgt eine Überprüfung des Sachverhalts vor Ort durch Erhebungsorgane der BH. Der Beschuldigte erhält die Möglichkeit zur Stellungnahme. Von der Wirtschaftskammer gibt es die Empfehlung, das Gesetz einzuhalten. Im anderen Fall kann ein Zuwiderhandeln neben hohen Geldstrafen sogar den Entzug des Gewerbescheins bedeuten. Andrew Nussbaumer fürchtet, dass nun auch wieder selbsternannte Nichtraucher-Sheriffs verstärkt aktiv werden könnten.

Wie sieht es mit dem Rauchen auf Freiflächen aus?

Freiflächen, wie Terrassen oder Gastgärten, sind vom Rauchverbot ausgenommen. Sie können so ausgestaltet sein, dass sie Gästen Schutz vor Witterung, Hitze, Kälte usw. bieten.

Was bringt das generelle Rauchverbot der Gesundheit?

Erste Effekte stellen sich sehr schnell ein. „Geschmacks- und Geruchssinn bessern sich, die Haut wird schöner und das Atmen fällt leichter“, nennt Vorsorgemediziner Günter Diem ein paar Beispiele. Eingeschränkte Rauchermöglichkeiten würden zudem mehr Leute, vor allem Jugendliche, die früh anfangen, vom Rauchen abhalten, ist der Arzt überzeugt.

Ich finde das Gesetz super. Rauchen ist nicht nur ungesund, sondern auch eine Sucht und das kann ich nicht unterstützen. Ich habe zudem ein Nagelstudio und sehe somit tagtäglich, was für Auswirkungen Nikotin auf das Aussehen hat. Die Haut wird fahler, die Nägel sind gelb und es stinkt. Rauchen ist außerdem sinnlos. Andrea Sziklai, 42, Dornbirn

Ich finde das Gesetz super. Rauchen ist nicht nur ungesund, sondern auch eine Sucht und das kann ich nicht unterstützen. Ich habe zudem ein Nagelstudio und sehe somit tagtäglich, was für Auswirkungen Nikotin auf das Aussehen hat. Die Haut wird fahler, die Nägel sind gelb und es stinkt. Rauchen ist außerdem sinnlos. Andrea Sziklai, 42, Dornbirn

Ich bin absolut dagegen. Ich sehe das Verbot als komplette Bevormundung der Bevölkerung. Jeder ist mündig und alt genug, seine Entscheidung selber zu treffen. Jeder Gastronom sollte die Wahl haben, genauso der Gast. Der kann ja auch entscheiden, ob er in ein Raucher- oder eben in ein Nichtraucherlokal geht. Walter Torghele, 46, Bludenz

Ich bin absolut dagegen. Ich sehe das Verbot als komplette Bevormundung der Bevölkerung. Jeder ist mündig und alt genug, seine Entscheidung selber zu treffen. Jeder Gastronom sollte die Wahl haben, genauso der Gast. Der kann ja auch entscheiden, ob er in ein Raucher- oder eben in ein Nichtraucherlokal geht. Walter Torghele, 46, Bludenz

Das Thema kam schon 2004 auf, als ich noch als Selbstständige in der Gastronomie tätig war. Ich bin froh, dass jetzt endlich eine definitive Entscheidung gefallen ist und der Hickhack ein Ende hat. Mittlerweile bin ich Nichtraucherin. Ich bevorzugte jedoch damals als Raucherin schon die Nichtraucherlokale. Karin Madlener, 56, Bregenz

Das Thema kam schon 2004 auf, als ich noch als Selbstständige in der Gastronomie tätig war. Ich bin froh, dass jetzt endlich eine definitive Entscheidung gefallen ist und der Hickhack ein Ende hat. Mittlerweile bin ich Nichtraucherin. Ich bevorzugte jedoch damals als Raucherin schon die Nichtraucherlokale. Karin Madlener, 56, Bregenz

Es wurde langsam Zeit und ich kann nicht nachvollziehen, warum es so lange gedauert hat. Die türkis-blaue Koalition hat das Gesetz wieder gekippt, obwohl es so gut wie feststand. Die Befürchtungen der Gastronomen, dass es nun Probleme aufgrund der Lärmbelästigung gibt, sind kein haltbares Argument. Das ist regelbar. Remo Tobler, 59, Höchst

Es wurde langsam Zeit und ich kann nicht nachvollziehen, warum es so lange gedauert hat. Die türkis-blaue Koalition hat das Gesetz wieder gekippt, obwohl es so gut wie feststand. Die Befürchtungen der Gastronomen, dass es nun Probleme aufgrund der Lärmbelästigung gibt, sind kein haltbares Argument. Das ist regelbar. Remo Tobler, 59, Höchst

Überall, wo Kinder sind, oder in Speiselokalen finde ich das Nichtrauchen völlig okay. In Bars oder Diskotheken hingegen, wo man einen feinen Whiskey oder ein gutes Glas Wein trinken möchte, fehlt die Zigarette. Zudem gibt es aufgrund der Umbauten vor wenigen Jahren nun keine Kompensation für die Gastronomen. Marlene Schneider, 36, Bludenz

Überall, wo Kinder sind, oder in Speiselokalen finde ich das Nichtrauchen völlig okay. In Bars oder Diskotheken hingegen, wo man einen feinen Whiskey oder ein gutes Glas Wein trinken möchte, fehlt die Zigarette. Zudem gibt es aufgrund der Umbauten vor wenigen Jahren nun keine Kompensation für die Gastronomen. Marlene Schneider, 36, Bludenz

Chronologie

Der Lange weg zum absoluten rauchverbot in österreich

2004 Gesundheitsministerin und Wirtschaftskammer-Obmann der Gastronomiesparte geben die freiwillige Selbstverpflichtung für „rauchfreie Zonen“ bekannt.

2009 Ein „grundsätzliches“ Rauchverbot in Lokalen tritt in Kraft mit vielen Ausnahmen etwa für abgetrennte Raucherräume.

2015 Die SPÖ-ÖVP-Regierung einigt sich auf auf ein generelles Rauchverbor in der Gastronomie ab Mai 2018.

Dezember 2017 ÖVP und FPÖ kippen das für 2018 geplante Verbot.

2. Juli 2019 Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition schwenkt die ÖVP um, ein Rauchverbot findet eine Mehrheit im Nationalrat.