Bludenzer Schullandschaft im Wandel

Vorarlberg / 01.11.2019 • 18:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Raumnot in der Volksschule Mitte führte dazu, dass für die Schülerbetreuung Container aufgestellt werden mussten. VN/JS
Die Raumnot in der Volksschule Mitte führte dazu, dass für die Schülerbetreuung Container aufgestellt werden mussten. VN/JS

Neubau der Musikschule vom Tisch, Volksschulzubau wird von Stadtspitze präferiert.

BLUDENZ In Sachen Schulinfrastruktur stehen in Bludenz in den kommenden Monaten richtungsweisende Entscheidungen an. Im Dezember des Vorjahres war mit den Stimmen von ÖVP und Offene Liste ein rund 13 Millionen Euro teures Maßnahmenpaket beschlossen worden. Massive Investitionen insbesondere an den dringend verbesserungswürdigen Standorten St. Peter und Bludenz-Mitte waren die Kernpunkte. Auch von einem Neubau am Standort Bings war die Rede.

Hohe Förderung

Dieser hatte bereits im Sommer für einige Aufregung gesorgt, als Vizebürgermeister Mario Leiter (SP) mit einem Gegenvorschlag zur angedachten Variante kam. Inzwischen wird aber die siegreiche Variante des Büros Zottele-Mallin vorangetrieben und die Einreichplanung vorbereitet. Schulstadträtin Martina Lehner (Offene Liste) zufolge sollen im Februar die Spaten für den Zubau gesteckt werden. Der rund 1,5 Millionen Euro teure Neubau, zur Hälfte vom Land gefördert, wird in Kooperation mit der Gemeinde Stallehr verwirklicht und beherbergt neben einem zweiten Kindergartenraum auch eine Kleinkinderbetreuung. Martina Lehner: „Wir freuen uns, dass das so zustande gekommen ist.“ Der Start für die Erweiterung am Standort St. Peter wird hingegen aller Voraussicht nach noch auf sich warten lassen. Ein Baubeginn wäre im Herbst 2020 denkbar, meint die Schulstadträtin. Der Architekturwettbewerb soll in den nächsten Wochen gestartet werden und Ende April kommenden Jahres mit der Jurysitzung seinen Abschluss finden. Entgegen den ursprünglichen Plänen sollen in einem dem historischen Klostergebäude vorgelagerten Zubau nicht nur der lang ersehnte Turnsaal sowie ein zusätzliches Lernatrium entstehen. Es ist auch daran gedacht, den Waldkindergarten mit zwei Gruppenräumen über einen separaten Eingang im Neubau unterzubringen.

Blick aufs Kloster

Dafür steht laut Martina Lehner eine Fläche von rund 1700 Quadratmetern zur Verfügung, wobei das Gebäude in der Höhe insofern limitiert ist, als dass der Blick auf das dahinterliegende Kloster nicht verstellt werden darf. „Der kürzlich geschaffene Pausenraum für die Schule bleibt erhalten“, versichert sie. Der bestehende Turnsaal soll künftig als Zentralgarderobe genutzt werden und damit zusätzlich Platz im Schulgebäude freispielen. Die Verbindung in den Zubau soll unterirdisch erfolgen.

Komplett über den Haufen geworfen wurden inzwischen die Pläne am Campus Bludenz-Mitte. Vom Neubau der Musikschule ist inzwischen keine Rede mehr, vielmehr soll die seit Jahren unter akuter Platznot leidende Volksschule durch einen Zubau erweitert werden. „Wir sind zum Schluss gekommen, dass ein Zubau zur Volksschule mehr Platz bietet als ein Umbau der Musikschule“, begründet die Schulstadträtin das Umdenken. Im Neubau sollen vier Klassen sowie Räume für Einzelförderung, Religionsunterricht und Werken entstehen. Auch die Schulbibliothek werde im Zubau unterkommen, ebenso die Schülerbetreuung, die derzeit in Container ausgelagert ist. Die Schulstadträtin ist sich des vordringlichen Handlungsbedarfs bewusst, denn neben der Schülerbetreuung werden von der Volksschule auch Räumlichkeiten der Musikschule seit Jahren mitbenutzt. „Der Prozess ist lange gegangen, jetzt braucht es eine Umsetzung, die dauerhaft ist. Wir können nicht in zehn Jahren wieder irgendwo dranstückeln“, bekräftigt Lehner. VN-JS

„Es besteht eine dringende Notwendigkeit, jetzt in die Umsetzung zu kommen.“

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