Von Kraftfeldern und Steinkreisen

Vorarlberg / 01.11.2019 • 18:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gerhard Pirchl wurde 2004 von der Asfinag beauftragt, Teile der S 16 auszupendeln. Die Frau des 2013 verstorbenen Bludenzers, Elisabeth Dornbierer-Pirchl (l.), beschäftigt sich ebenfalls mit den mystischen Steinkreisen auf der Tschengla in Bürserberg, die von Pirchl entdeckt wurden.

Gerhard Pirchl wurde 2004 von der Asfinag beauftragt, Teile der S 16 auszupendeln. Die Frau des 2013 verstorbenen Bludenzers, Elisabeth Dornbierer-Pirchl (l.), beschäftigt sich ebenfalls mit den mystischen Steinkreisen auf der Tschengla in Bürserberg, die von Pirchl entdeckt wurden.

Als die unfallträchtige Arlbergschnellstraße durch einen Bludenzer Pendler von geheimnisvollen Kraftfeldern entstört wurde.

Bludenz Es war der 28. Dezember 2002. Auf der S 16 in Innerbraz wird ein Kleinbus von einem Lkw gegen die Lärmschutzwand gedrückt, der dabei das Fahrzeug einer deutschen Urlaubergruppe regelrecht aufschlitzt. Zwei Erwachsene und drei Kinder sterben bei dem Frontalcrash, der Vorarlberg erschüttert. Es sind tragische Unfälle wie dieser, die der Arlbergschnellstraße den Ruf einer Todesstrecke einbrachten.

Allein in den Jahren 1995 bis 2005 kamen 33 Menschen auf der S 16 ums Leben, 120 verletzten sich bei Unfällen schwer. Als besonders unfallträchtig erwies sich das Teilstück zwischen dem Dalaaser Tunnel und der Anschlussstelle Bludenz-Montafon, was zeitweilig sogar die Asfinag an Übersinnliches glauben ließ. 2004 engagierte das Unternehmen den Pendel-Experten Gerhard Pirchl. Dieser glaubte in negativ strahlenden Kraftfeldern die Ursache für die zahlreichen tragischen Unglücke gefunden zu haben. „Mithilfe eines Bergkristalls konnte Gerhard die Störfelder ausfindig machen und umleiten“, erzählt Elisabeth Dornbierer-Pirchl, die Witwe des 2013 verstorbenen Bludenzers. Im Zeitraum von sieben Monaten vergrub Gerhard Pirchl über 10.000 „Kraftsteine“ links und rechts der Fahrbahn – in Gegenrichtung der Kraftfelder, was diese seiner Ansicht nach entschärfte.

„Vor der Entstörung passierten auf der S 16 Unfälle, bei denen sich die Beteiligten nicht erklären konnten, warum sie plötzlich auf die Gegenfahrbahn geraten sind“, sagt die 62-Jährige und meint: „Schuld daran waren die Kraftfelder, durch die sich der Blutdruck des Lenkers in Sekundenschnelle erhöhte und es zu Blackouts kam.“ Nach der sogenannten Entstörung der S 16 durch Gerhard Pirchl 2004 ging die Zahl der Unfallopfer tatsächlich zurück. Elisabeth Dornbierer-Pirchl ist fest davon überzeugt, dass ihr Mann den entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat. Die Witwe erinnert sich gerne an eine Begegnung in der Bludenzer Innenstadt: „Ein Feuerwehrmann bedankte sich dafür, dass er nun nicht mehr so viele Unfallopfer aus den Autos bergen musste. Gerhard war das Wohl seiner Mitmenschen immer sehr wichtig.“

Stonehenge auf der Tschengla

Durch seine hohe Sensibilität habe er Plätze mit hoher Kraftfeldkonzentration auffinden können. So auch bei den nicht unumstrittenen Steinkreisen bei der Tschengla in Bürserberg, die Pirchl 2002 entdeckte. Wissenschaftlich bewiesen werden konnten die historischen Hintergründe der Steinkreise nicht. Für viele bleibt es dennoch ein geheimnisvoller, mystischer Ort.

Was die Arlbergschnellstraße betrifft, würde die Asfinag jedenfalls nicht erneut auf esoterische Maßnahmen zurückgreifen, heißt es auf VN-Anfrage. Es seien zahlreiche konventionelle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden, etwa eine verstärkte Beschilderung und eine Temporeduktion. Ob oder wie viel Anteil die alternativen Maßnahmen Pirchls tatsächlich an der Entschärfung der Strecke haben, bleibt ungewiss.

Viele Unfälle auf der S 16 waren unerklärlich. Pkw-Lenker fuhren in Leitplanken oder in den Gegenverkehr, es gab keine Bremsspuren. Nach Ansicht Gerhard Pirchls führten sogenannte Kraftfelder zu Blackouts bei den Fahrern.
Viele Unfälle auf der S 16 waren unerklärlich. Pkw-Lenker fuhren in Leitplanken oder in den Gegenverkehr, es gab keine Bremsspuren. Nach Ansicht Gerhard Pirchls führten sogenannte Kraftfelder zu Blackouts bei den Fahrern.