Der Integra droht neues Ungemach

Vorarlberg / 03.11.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jetzt heißt es für die Integra, intern ordentlich aufzuräumen.  VN/PAULITSCH

FPÖ-Antrag auf Ablöse auch des zweiten Geschäftsführers.

feldkirch Morgen, Dienstag, wird der neue zweite Geschäftsführer der Arbeitsinitiative Integra präsentiert. Laut VN-Recherchen handelt es sich um einen Vorarlberger mit kaufmännischer Erfahrung, der unter sechs Bewerbern den Zuschlag erhielt. Daneben droht der Integra nach turbulenten Zeiten wieder Ungemach. Die FPÖ-Fraktion in der Arbeiterkammer wird bei der Vollversammlung am 12. November einen Antrag auf sofortige Ablöse des noch amtierenden Geschäftsführers sowie die Installierung einer parteiunabhängigen Kontrollkommission einbringen. Zudem beinhaltet der Antrag die Forderung nach Durchführung einer Mitarbeiterbefragung sowie die Neuwahl des Betriebsrats. Als Grund für den Vorstoß geben die Freiheitlichen eine wachsende Unzufriedenheit bei den Integra-Beschäftigten an.

Ins Zwielicht geraten war das soziale Unternehmen, als die Beschäftigung eines verurteilten Millionenbetrügers bekannt wurde, der seine Strafe noch nicht abgesessen hatte. In diesem Zusammenhang tauchte unter anderem ein schwarz geführtes Sparbuch auf, das die sofortige Entlassung eines Geschäftsführers zur Folge hatte. Unter dem Druck von Öffentlichkeit und Politik beantragte die Integra schließlich eine Prüfung durch den Landesrechnungshof.

Bei Kontrollpflicht versagt

Diese förderte zahllose Mängel in der kaufmännischen Führung zutage und listete 31 Empfehlungen zur Umsetzung auf. Laut den blauen Arbeitnehmervertretern ist allein das schon bedenklich, zumal die AK Vorarlberg der größte Gesellschafter der Integra sei. Die Kontrollpflicht habe hier grob versagt. Zudem sind der FPÖ-Fraktion zufolge neue Dokumente aufgetaucht, die belegen, dass AK-Direktor Rainer Keckeis schon lange von der Beschäftigung des Millionenbetrügers wusste. Die Entlassung nur eines Geschäftsführers wird zudem als Tropfen auf dem heißen Stein bezeichnet. Die Freiheitlichen stellen auch die Tragbarkeit des in der Integra verbliebenen Geschäftsführers infrage und halten dessen Verbleib nach „all den Vorfällen und Verfehlungen“ für verantwortungslos gegenüber den Mitarbeitern der Arbeitsinitiative. Auch der AK-Direktor kommt in der Einschätzung der blauen Fraktion schlecht weg. Mit dem Einsetzen eines Kontrollorgans sollten weitere Spuren verwischt werden, so die Vermutung. „Hier kann nur eine unabhängige Kontrollkommission für Transparenz und sauberes Arbeiten sorgen“, heißt es wörtlich im Antrag. Ebenso bekommt die ÖVP ihr Fett weg. Sie habe in jeder Phase der Causa alles gedeckt.

Hoffen auf Unterstützung

Nach Überzeugung der blauen Arbeitnehmervertreter dürfen weitere Geldflüsse an die Integra erst dann wieder stattfinden, wenn alle vom Landesrechnungshof ausgesprochenen Empfehlungen aufgearbeitet und durch ein unabhängiges Kontrollorgan genauestens geprüft wurden. Die FPÖ-Fraktion erwartet sich von ihrem Antrag in der Arbeiterkammer-Vollversammlung die Unterstützung auch der anderen Fraktionen, die ÖVP ausgenommen. Da sei nichts zu erwarten, wird hinter vorgehaltener Hand gemauschelt.