Fünf Spitäler vor dem Aus

Vorarlberg / 03.11.2019 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kanton St. Gallen will mit seinen Plänen ernst machen.

st. Gallen Seit März des vergangenen Jahres wird im Kanton St. Gallen an Szenarien für die Schließung von Spitälern gearbeitet. Fünf von neun Krankenhäusern sollen aus finanziellen Gründen die Pforten schließen bzw. zu sogenannten „Mehrspartenhäusern“ umfunktioniert werden. Konkret soll es in Zukunft ein Zentrumsspital in St.Gallen und drei Mehrspartenspitäler in Grabs, Wil und Uznach geben. Zur Gewährleistung einer wohnortnahen Versorgung sollen die Spitäler in Flawil, Wattwil, Rorschach, Altstätten und Walenstadt geschlossen werden und an diesen Standorten fünf regionale Gesundheits- und Notfallzentren entstehen. Ohne dieses Gegensteuern sehen die vier Spitalsverbünde künftig ein jährliches Defizit von umgerechnet 80 Millionen Euro auf sich zukommen. Dieses würde langfristig die medizinische Versorgung gefährden, heißt es. Inzwischen gibt es einen Gesetzesentwurf, der jetzt in Begutachtung gegangen ist. Die letzte Entscheidung liegt bei der Kantonsregierung.

Die weitere Entwicklung dürften auch viele Vorarlberger mit Interesse beobachten. Immerhin sind etwa 15 Prozent der gut 5700 Spitalsbeschäftigten österreichische Staatsbürger. Die meisten von ihnen arbeiten im Kantonsspital St. Gallen sowie in den Spitälern von Flawil und Rorschach.

Es gibt verschiedene Ursachen, die aus dem Spitalswesen im Kanton St. Gallen einen Intensivpatienten gemacht haben. So gelten seit Einführung der neuen Spitalsfinanzierung 2012 noch immer nicht kostendeckende Tarife. Zudem hat die ambulante Versorgung Vorrang vor der stationären. Der Verwaltungsrat der Spitalsverbünde hat im November 2017 die Regierung erstmals über die finanzielle Entwicklung der Spitäler informiert.