Kiesabbau-Volksabstimmung: Fronten in Altach verhärtet

Vorarlberg / 05.11.2019 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Kieswerk Kopf verfügt über eine weitreichende Betriebsgenehmigung. Aber ob der zu verarbeitende Kies auch in Zukunft in unmittelbarer Nähe abgebaut wird, darüber entscheiden die Altacher Anfang Dezember. VN/Steurer
Das Kieswerk Kopf verfügt über eine weitreichende Betriebsgenehmigung. Aber ob der zu verarbeitende Kies auch in Zukunft in unmittelbarer Nähe abgebaut wird, darüber entscheiden die Altacher Anfang Dezember. VN/Steurer

Altach Über ein in Altach geplantes Kiesabbauprojekt steht am 1. Dezember eine Volksabstimmung an. Dazu fand bereits im September ein VN-Stammtisch statt, bei dem Proponenten der Volksabstimmung, der Gemeinde sowie weitere Akteure ihre Standpunkte zum Projekt darlegten. Gestern, Dienstag, kam es zu einer weiteren Informationsveranstaltung. Geladen hatte dieses Mal die Gemeinde Altach, die Veranstaltung sollte dazu dienen, den Bürgern die Argumente beider Seiten neuerlich vorzustellen. 

Neue Argumente gab es nicht. Einig ist man sich darin, dass der Verkehr das Hauptproblem ist. Bürgermeister Gottfried Brändle und der Gemeindevorstand glauben, dass man mit dem Projekt den Hebel in Händen hält, um eine Verkehrslösung via Autobahnraststätte Hohenems realisieren zu können. Außerdem betont er die Wichtigkeit der Einnahmen für Altach, Brändle rechnet mit 500.000 Euro pro Jahr und das über mehr als 30 Jahre. Es brauche aber eine Verkehrslösung, deshalb verpflichte sich die Gemeinde zu einem Ausstieg 2024, falls bis dahin keine Lösung vorliege. Zudem betonte er, dass der Betrieb sicher weiterlaufe und sogar mit Mehrverkehr zu rechnen wäre, weil ja ohne Kiesabbau das Rohmaterial für das Betonwerk zugeführt werden müsste.

Bernhard Weber, einer der Initiatoren der Volksabstimmung, kritisiert, dass es „eine abenteuerliche Aussage“ sei, dass man nur mit einem Ja zum Kiesabbau eine Verkehrslösung erhalten würde. Die Gemeinde agiere ohne konkrete Vereinbarungen – weder mit der Asfinag in Sachen Verkehr, noch bei der Kostenteilung mit der Gemeinde Götzis gäbe es abgeschlossene Vereinbarungen. Ob das Öffentliche Interesse gegeben sei, stellte er, gerade mit Blick auf die Klimaziele in Frage.

GV mit Kiesantrag

Im Anschluss fand dann eine Gemeindevertretungssitzung statt. Auf der Tagesordnung stand lediglich der Antrag, die angesprochene Selbstverpflichtung der Gemeinde Altach, den Kiesabbau zu stoppen, falls bis zum 30. September 2024 keine Verkehrslösung  vorliegt. Der Antrag, der von Brändle ausging, wurde intensiv diskutiert, von SP und der grünen Bürgerliste wurden Abänderungsanträge eingebracht. Bis zum Redaktionsschluss lag kein Ergebnis vor. VN-GMS