Naturschutzbund sieht Rhesi-Entwicklung positiv

Vorarlberg / 05.11.2019 • 18:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Hochwasserschutzprojekt Rhein-Erholung-Sicherheit (Rhesi) bleibt derzeit im Zeitplan. Die Schweizer Naturschützer blitzten mit einer Beschwerde beim Tiefbauamt St. Gallen ab. VN/STEURER

Behörde lehnt Anträge der Schweizer Naturschützer ab. Bianca Burtscher begrüßt jedoch gewährte Einsicht in Pläne.

Bregenz Es ist nichts so schlecht, als dass man nicht auch etwas Positives darin finden kann. So interpretiert Bianca Burtscher, Geschäftsführerin des Vorarlberger Naturschutzbundes, den abschlägigen Bescheid des St. Galler Tiefbauamtes auf die Anträge von WWF Ostschweiz und Pro Natura in Sachen Rhesi. Die Schweizer Naturschutzgruppen hatten in einem Antrag an die Behörde unter anderem ein zusätzliches Verfahren zum Generellen Projekt des Hochwasserschutzbaus gefordert. Sie blitzten jedoch mit ihrem Antrag ab, die VN berichteten.

Auf Umwegen zum Ziel

„Formal sind die Schweizer Kollegen abgeblitzt. Das ist die vordergründige Erkenntnis der Stellungnahme des St. Galler Tiefbauamtes. Aber es gibt auch Positives“, beurteilt Bianca Burtscher die Faktenlage und wird konkret: „Dass die Projektverantwortlichen als Konsequenz der Beschwerde uns allen nun Einblick in die gesamten Planungsunterlagen gewähren, sehe ich als Erfolg an. So sind wir doch an eines unserer Ziele gelangt, wenn auch der Weg dorthin ungewöhnlich erscheint“, argumentiert die Naturschützerin, die vor wenigen Wochen noch mit Schweizer Gesinnungsgenossen bei Umweltlandesrat Johannes Rauch war, um das Rhesi-Projekt zu erörtern.

Vorschläge jetzt

Jetzt habe man die gewünschte Transparenz, meint Burtscher und berichtet, dass sie Planungsunterlagen bereits erhalten habe. „Wir haben gleich jetzt die Möglichkeit, Vorschläge zu machen. Das ist viel besser, als wenn das zu einem späteren Zeitpunkt geschieht“, ist die Naturschutzbund-Geschäftsführerin überzeugt. „Wir fragen uns eigentlich nur, warum das nicht gleich passierte und wir so lange auf diese Transparenz warten mussten.“

In dieselbe Kerbe schlägt Naturschutzanwältin Katharina Lins. „Es macht ja auch nur Sinn, wenn alle Gruppen uneingeschränkte Einsicht in die Unterlagen bekommen“, untermauert Lins die Haltung der Naturschutzgruppen und begrüßt die Möglichkeiten der Partizipation am Megaprojekt.

Keinen Kommentar zur Stellungnahme des Baudepartements St. Gallen auf die gestellten Anträge möchte Lukas Indermaur, Sprecher von WWF Ostschweiz, gegenüber den VN abgeben. „Ich habe die Stellungnahme bisher ja nicht einmal gesehen. Wir werden uns das Papier mit unseren Anwälten zuerst genau ansehen und danach darüber entscheiden, wie wir damit umgehen sollen.“