Schlägerei wegen Rauchverbot

Vorarlberg / 05.11.2019 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die beiden Angeklagten vor Gericht. Beide wurden schuldiggesprochen. Eckert
Die beiden Angeklagten vor Gericht. Beide wurden schuldiggesprochen. Eckert

Neunfach Vorbestrafter nach Tritten ins Gesicht zu kombinierter Strafe verurteilt.

Feldkirch Im Sommer kam es in einem Bregenzer Innenstadtlokal zu einer hitzigen Diskussion. Der Grund: Das Rauchverbot. Der Türsteher der Bar bat den 47-jährigen Gast, nach draußen oder nach oben, wo damals noch eine Raucherzone eingerichtet war, zu gehen. „Mach Dich nicht so wichtig und schrei mich nicht so an“, empörte sich der volltrunkene, neunfach Vorbestrafte. Ein zweiter Gast, ein 20-jähriger Syrer, mischte sich ebenfalls ein. Die Situation eskalierte.

1,7 Promille

„Mein Bruder hatte Geburtstag, wir grillten, danach fuhren wir noch in die Stadt“, erinnert sich der Angestellte als Zeuge beim Prozess am Landesgericht Feldkirch und: „Ich war total besoffen. Die Polizei konnte mich nach der Tat gar nicht einvernehmen, ich hatte 1,7 Promille“ erzählt der Erstangeklagte. Er habe den 43-jährigen Türsteher nicht schwer verletzen wollen. „Aber, dass schwere Verletzungen entstehen können, wenn man einem am Boden Liegenden ins Gesicht tritt, ist schon klar, oder?“, hakt Staatsanwalt Heinz Rusch nach. „Ja, schon“, räumt der Mann ein. Bei einem Gerangel hatte er dem Angestellten des Lokals mit voller Wucht mehrmals mit dem Fuß gegen den Kopf getreten. Eine gebrochene Nase, zahlreiche Prellungen und Abschürfungen waren die Folge. „Eine Zeugin sagte vor der Polizei aus, dass das Foyer voller Blut war“, so Opfervertreter Clemens Haller. Er fordert 1000 Euro Schmerzengeld, was im Urteil auch zugesprochen wird.

Zwei Täter, zwei Opfer

Der Zweitangeklagte wird nach dem Beweisverfahren ebenfalls schuldig gesprochen. Er hat den Türsteher mit Fäusten attackiert. Auch dazu gibt es Zeugen. Ein Schweizer Gast, der mit drei Kollegen, ebenfalls aus St.Gallen, im Lokal war, wurde völlig unschuldig mit in die Schlägerei hineingezogen. Er wollte eigentlich helfen, als er einen Tritt gegen den Kopf bekam, sein Polo-Shirt wurde außerdem zerrissen. Der 38-jährige Verkäufer bekommt 250 Euro zugesprochen. „Ich war froh, dass mir nicht mehr passiert ist“, war er „erleichtert“.

Entschuldigung abgelehnt

Als sich der neunfach Vorbestrafte beim verletzten Türsteher entschuldigen will, lehnt dieser ab: „Bei einer solchen Brutalität, wie auf einen Fußball einzutreten, da nehme ich keine Entschuldigung an“. Die Strafe für den Erstangeklagten wird mit fünf Monaten bedingter Haft und 2500 Euro Geldstrafe festgelegt. Der junge Syrer muss 1200 Euro bezahlen.

Der Schuldspruch ergeht wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Den Opfern schulden die beiden Männer 1000 und 250 Euro. Die Urteile sind rechtskräftig. „Und …. Empfehlung des Tages – weniger trinken!“, gibt Richter Richard Gschwenter dem 47-Jährigen mit auf den Weg. EC