Umweltfreundliche Fähre für den See

Vorarlberg / 05.11.2019 • 18:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über das Dach der Einhausung werden die Einzelteile des neuen Erdgas-Fährschiffes auf die Slipanlage der Fußacher Werft eingehoben. GG
Über das Dach der Einhausung werden die Einzelteile des neuen Erdgas-Fährschiffes auf die Slipanlage der Fußacher Werft eingehoben. GG

18-Mill.-Euro-Investition der Konstanzer Stadtwerke. Schiffsrohbau in Fußacher Werft.

Fußach Von der erneuerten Slipanlage auf der Werft der Vorarlberg Lines in Fußach ist gegenwärtig nichts mehr zu sehen. Über der erneuerten und verstärkten Helling, die in Fußach lediglich als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird, errichtete die Höchster Gerüstbaufirma Brunner eine 87 Meter lange, 17 Meter breite und 15 Meter hohe Zelthalle, durch deren abhebbares Dach die in 17 Teilen per Lastwagen aus Hamburg ankommende Fähre in die Schutzhülle eingehoben wird.

Auf der Straße zu transportieren sind immerhin 560 Tonnen Stahlteile von der Elbe an den Bodensee. Sobald der in Fußach zusammengeschweißte Rumpf samt den wichtigsten technischen Einbauten schwimmfähig ist, wird die Einhausung abgebaut und die Fähre gewassert. Dann wird der Schiffsrohbau nach Konstanz geschleppt, wo der Innenausbau fertiggestellt wird.

Die neue Fähre erhält vor allem einen auf dem See noch nie bei Großschiffen eingesetzten Antrieb, den das Unternehmen Rolls-Royce Power Systems und die Konstanzer erstmals erproben wollen. Es werden zwei 8-Zylinder-Gasmotoren von MTU sein, die jeweils 746 Kilowatt Leistung erbringen, die auf zwei Voith-Schneider-Propeller übertragen werden. Solche Gasmotoren stoßen im Vergleich zu einem Dieselantrieb ohne Abgasnachbehandlung keinen Ruß und keine Schwefeloxide aus.

Äußerlich wird sich die neue Großfähre kaum von der noch auf der Bodan-Werft in Kressbronn gebauten „Lodi“ unterscheiden. Das „alte Schiff“, mit 81,8 Metern das längste auf den Bodensee verkehrende, das bis zu 700 Passagiere und 64 Personenautos an Bord nehmen kann, bestreitet zur einträglichen Zufriedenheit der Konstanzer Schiffsbetriebe den Kurs nach Meersburg und zurück.

Die neue LNG-Fähre wird zum Unterschied zur „Lodi“ allerdings einen hohen Kaminmast tragen, durch den das Gas notfalls in für die Besatzung und die Passagiere sicheren Abstand zum Schiff gedrückt werden kann. Vollkommen unterscheidet sich von Dieselantrieben das Innenleben eines LNG-Schiffes. Für das gebunkerte flüssige Erdgas ist eine Druckschleuse vorgesehen, welche die „Brennstoffzelle“ aus Sicherheitsgründen vom übrigen Schiff hermetisch abtrennt. gg