Im Sommer die Liebe gefunden

Vorarlberg / 06.11.2019 • 17:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Wenn man nach so vielen Jahren noch miteinander lachen kann, ist das eine gute Ehe“, sind Ana und Otto Kotzbek überzeugt. Karin Lässer
„Wenn man nach so vielen Jahren noch miteinander lachen kann, ist das eine gute Ehe“, sind Ana und Otto Kotzbek überzeugt. Karin Lässer

Dornbirn „Einmal Sonnenschein, einmal Regen, so ist es im Eheleben, die Hauptsache ist, dass man nach so vielen Jahren noch miteinander lachen kann“, sind Ana und Otto Rudolf Kotzbek überzeugt. Sie lernten sich vor 61 Jahren beim Sommerfest in Dornbirn kennen und verstanden sich auf Anhieb.

Sicher auch deshalb, weil sie beide aus Slowenien stammen. Ana geb. Majeric wuchs in der schönen Stadt Ptuj mit vier Geschwistern auf. Ihr großer Traum, Konditorin oder Designerin zu lernen ging nicht in Erfüllung. „Mein Vater hatte eine große Landwirtschaft und wollte, dass ich zu Hause helfe. Das habe ich bis ich 18 war gemacht, dann bin ich nach Vorarlberg gefahren“, erzählt Ana. In Satteins fühlte sie sich gleich wohl, und bei Ganahl in Frastanz in der Zettlerei hat es ihr gut gefallen. „Deutsch habe ich sehr schnell gelernt und innerhalb von acht oder neun Monaten habe ich für andere gedolmetscht“, wirft Ana stolz ein. In Marburg an der Drau stand die Wiege von Otto Kotzbek. Mit 17 Jahren besuchte er seinen Onkel in der Steiermark, fand weder dort noch in Wien Arbeit und meldete sich dann auf eine Anzeige der Firma Herberger & Rhomberg. „Ich wurde gleich eingeladen, zu kommen. Sechs Jahre habe ich für diese Firma gearbeitet“, erinnert sich Otto. Dann wechselte er zu I.M. Fussenegger, wo er zum Webermeister ausgebildet wurde.

Zukunftsplanung

Da Ana in Ottos Nähe sein wollte, siedelte sie 1968 nach Dornbirn, wo sie in der Nähe des damaligen Tierheims eine Wohnung fanden. I.M. Fussenegger stellte sie gleich ein, sie arbeitete sich durch alle Abteilungen und war eine geschätzte Arbeitskraft. „Wir haben uns dann entschlossen, zu heiraten, da sich unsere Tochter Renata anmeldete. Das war im kleinen Kreis im Standesamt Dornbirn, ein Jahr später haben wir uns in Rankweil, in der St.-Josefs-Kirche, das Jawort gegeben“, so die Jubilare. „Groß gefeiert haben wir bei unseren Familien in Slowenien.“

Ein Wohnungswechsel wurde nötig und ein Haus in der Schweizerstraße wurde zum Lebensmittelpunkt der Familie, die sich zudem 1975 über Sohn Daniel freute. „Unsere Kinder hatten es schön, sie konnten draußen spielen und herumtollen, das war uns sehr wichtig“, erklärt das Paar. „Wir haben zuerst in Gegenschicht gearbeitet und ich habe mich dann für die Nachtschicht entschieden, 21 Jahre lang. Ich hatte die Aufsicht über 80 Maschinen, viele elektrische Geräte und Schweißarbeiten“, ist von Otto zu erfahren.

Erholung und Ruhe

Erholung und Ruhe vom Alltagsstress fand die Familie bei Verwandten in Slowenien und in der Steiermark. Ana schwimmt, wandert und macht lange Ausflüge mit dem Fahrrad. „Manchmal vergesse ich, dass ich auch zurückfahren muss“, lacht die Jubilarin, die ihren Humor nie verliert und gesellig, wie sie ist, in jede Gesellschaft Stimmung bringt. Otto schwimmt und wandert auch, ihn begeistert aber vor allem sein Motorrad. „Angefangen habe ich mit einem Fahrrad, dann kam ein Moped und heute bin ich mit meiner Honda 300 unterwegs“, schwärmt er. Reisen hat es dem Paar besonders angetan, es besuchte schon die Türkei, Italien, viele Ziele in Österreich und sie genießen auch das Meer in Kroatien. Aber einen bleibenden Eindruck brachten sie von ihrer Amerikareise zurück. „Es war zwar eine anstrengende, aber wunderschöne Kulturreise im Osten der USA. Nächstes Jahr wollen wir den Westen Amerikas kennenlernen, zusammen mit der Familie unserer Tochter“, freut sich das Paar schon heute.

Im Ruhestand

Seit zehn Jahren wohnen Ana und Otto in ihrem schmucken Reihenhaus in Haslach. Otto fährt ehrenamtlich am Freitag und Samstag Essen auf Rädern aus, Ana kümmert sich liebevoll um ihren Mann und den Haushalt und hilft den Kindern, wenn es nötig ist. Inzwischen sind sie auch Großeltern von Martina und Max, die sie gerne besuchen. Bei bester Gesundheit schaut das Paar optimistisch in die Zukunft und wünscht sich zum goldenen Hochzeitsjubiläum, das mit einem guten Essen gefeiert wird, Gesundheit, denn „alles andere haben wir eh schon“.

Am 7. November 1969 gaben sich Ana und Otto das Jawort.
Am 7. November 1969 gaben sich Ana und Otto das Jawort.