Tante Emma aus Blons wird zehn

Vorarlberg / 06.11.2019 • 19:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zum 10-jährigen Jubiläum des Dorflädeles in Blons erwarten die Kunden morgen, Freitag, ab 16 Uhr jede Menge Angebote und Rabatte.VN/JS
Zum 10-jährigen Jubiläum des Dorflädeles in Blons erwarten die Kunden morgen, Freitag, ab 16 Uhr jede Menge Angebote und Rabatte.VN/JS

Dorflädele Blons feiert morgen, Freitag, sein rundes Bestandsjubiläum mit einigen Aktionen.

Blons Ein Läuten begleitet das Betreten des Blonser Dorflädele. Während Claudia draußen mit dem Reinigen der Schaufenster beschäftigt ist, füllt Maria im Geschäft die Regale fein säuberlich auf. Das Regional-Regal ist bereits schön ins Szene gesetzt, die Schnäppchenecke davor wird von ihr mit den neuesten Angeboten aufgefüllt und auch in der Frischetheke sind die bäuerlichen Produkte schon sorgfältig sortiert.

Im Dorfkern integriert

Vor zehn Jahren hat die Sennereigenossenschaft Thüringerberg den Dorfladen übernommen. Dieser war im Zuge des Neubaus des Gemeindezentrums im Jahr 2004 am heutigen Standort entstanden. „Hildegard Burtscher war die treibende Kraft hinter der Übernahme des Dorfladens“, sagt Geschäftsführer Othmar Bickel. Seitens der Sennereigenossenschaft war man auf der Suche nach einer Möglichkeit, die eigenen Käseprodukte an den Mann zu bringen und selbst zu verkaufen. Da der drei Jahre zuvor installierte Laden in Thüringerberg gut angenommen wurde, entschloss man sich zur Übernahme des Blonser Lädeles, dem in absehbarer Zeit die Schließung drohte.

Auf einer Verkaufsfläche von 110 Quadratmetern werden heute rund 1000 verschiedene Produkte angeboten. ADEG steht als Handelskette dahinter. Besonders gut angenommen wird von den Kunden das Angebot an regionalen Erzeugnissen, weiß Othmar Bickel. „Die Nachfrage ist riesig und derzeit größer als das Angebot“, führt er aus. „Wir haben das Glück, dass im Ort das Bewusstsein vorherrscht, dass der Laden wichtig ist. Ohne Förderungen des Landes, aber auch der Gemeinde, die uns die Miete sowie die Betriebskosten erstattet, wäre es aber unmöglich, das Geschäft zu halten“, macht Bickel deutlich. „Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das Personal“, ergänzt er. „Es trägt entscheidend dazu bei, dass sich die Leute wohlfühlen und wiederkommen.“

Apropos wiederkommen: Da plötzlich war es wieder, dieses unverkennbare Läuten. „Hallo, Andrea“, „Guten Morgen, Maria“ klingt es kurz darauf zwischen den Regalen. Man kennt sich, ist per du. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir einen Laden im Ort haben“, sagt Maria Ganahl als Vorsitzende des Nahversorgungsausschusses der Gemeinde. „Für das Dorf ist ein Laden als Infrastruktur aber sehr wichtig. Es ist ein wichtiger Treffpunkt“, führt sie weiter aus.

Gutschein-Aktion

Zum runden Jubiläum unterstreicht die Gemeinde ihre positive Haltung gegenüber dem Dorfladen, indem sie einen 5-Euro-Gutschein an jeden Haushalt verteilt hat. „Es geht auch darum, den Leuten im Ort den Dorfladen immer wieder ins Bewusstsein zu rufen“, sagt Ganahl.

Die Öffnungszeiten sind an jene der Bank gekoppelt, die sich gleich nebenan befindet, und auch die Bibliothek orientiert sich an den Geschäftszeiten. Den größten Zulauf hat das Geschäft in den Morgenstunden und am Samstagvormittag. „Da ist der Laden auch mit zwei Verkäuferinnen besetzt“, merkt der Geschäftsführer an. Für die Zukunft hofft er, dass „die Zufriedenheit im Dorf so bleibt“. Auch wolle man künftig noch mehr regionale Produkte in den Laden bringen. Nachhaltigkeit, Wertschöpfung im Tal und besserer Ertrag aufgrund des Wegfalls eines Zwischenhändlers sind die Beweggründe dafür.

Und da ist es wieder das Läuten. Mit einem vollen Einkaufskorb und einem Lachen im Gesicht macht sich die Kundin auf den Heimweg. „Tschüs, Maria, bis zum nächsten Mal.“

„Die Gemeinde steht zu 200 Prozent hinter dem Dorflädele.“