Ludesch im Zeichen der Volksabstimmung

Vorarlberg / 07.11.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Firmen Rauch und Ball wollen um 6,5 Hektar in die Landesgrünzone erweitern. Am Sonntag wird entschieden, ob sie das dürfen. Rauch
Die Firmen Rauch und Ball wollen um 6,5 Hektar in die Landesgrünzone erweitern. Am Sonntag wird entschieden, ob sie das dürfen. Rauch

Am Sonntag wird in Ludesch über die Umwidmung von Flächen der Landesgrünzone abgestimmt.

Ludesch Diesen Sonntag, 10. November, steht das Ludescher Neugut im Rahmen einer Volksabstimmung im Fokus, wenn im Zuge der Frage „Sollen die im Ludescher Neugut liegenden Grundstücke Freiflächen für Landwirtschaft bleiben?“ entschieden wird, ob Rauch Fruchtsäfte und Ball in der jetzigen Landesgrünzone erweitern dürfen.

Infogeplänkel

Der Kampf um die Stimmenhoheit hat dabei bereits vor Wochen begonnen, beide Seiten, die Initiative Ludesch und die Unternehmensvertreter, machten im Rahmen von Informationsveranstaltungen, mit Flugblättern und Plakaten auf ihre Standpunkte aufmerksam.

Gestern fuhr Rauch-Geschäftsführer Jürgen Rauch nun mit den schweren Geschützen auf – im Beisein von Red Bull-Geschäftsführer Roland Concin und Welf Jung, Vizepräsident von Ball Packaging, wurde ein 7-Punkte-Plan präsentiert, im Rahmen von welchem die Argumente für eine Betriebserweiterung zusammengefasst wurden.

So wolle sich Rauch 8000 Lkw-Fahrten ersparen, 100 zusätzliche Arbeitskräfte generieren und mit der Erweiterung 150.000 Euro zusätzlich in die Ludescher Gemeindekassa zahlen. „Zudem werden nur 6,5 Hekar an Land benötigt, die Hälfte der ursprünglich im REK vorgesehenen Fläche“, sagt Jürgen Rauch.

Weiter wolle Rauch, als Teil der Ausgleichsmaßnahmen, im Zeitraum von zehn Jahren insgesamt fünf Millionen Euro – unter anderem für einen neuen Kindergarten – aufbringen. „Unsere Erfahrung ist, dass bisher von Rauch und der Gemeinde immer nur mit Geld argumentiert wurde“, sagt Christoph Aigner von der Initiative als Reaktion auf das neue Angebot. „Das ist jetzt aber eine größere Summe. Wir können nicht sagen, was dieses Versprechen für einen Einfluss auf die Abstimmung haben wird.“

Die Initative kritisiert, dass durch die Umwidmung gutes Ackerland verloren gehe und Bestimmungen wie jene der Landesgrünzone einfach übergangen werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, dass Rauch Walgauer Grundwasser in großen Mengen verbrauche.

Fragestellung

Ein Problem bei der Abstimmung am Sonntag könnte die Formulierung der Fragestellung sein. Es gilt: Jene, die gegen die Umwidmung und gegen die Erweiterung sind, müssen bei der Abstimmung mit „Ja“ stimmen, und jene, die für eine Umwidmung und für eine Erweiterung sind, mit „Nein“. Abgestimmt wird nun am Sonntag im Valünasaal des Gemeindezentrums, wobei die Urnen von 7.30 bis 12 Uhr bereitstehen.

Bei der Abstimmung selbst sollten der Abstimmungsausweis sowie ein Lichtbildausweis vorgewiesen werden. Die Initiative will das Ergebnis bei einem „Nein“ akzeptieren, die Firma Rauch müsse bei einem „Ja“ die Situation neu analysieren, wie mitgeteilt wurde. Die große Unbekannte ist dann nur noch die Gemeinde, welche ihre Reaktion von der Wahlbeteiligung abhängig machen will. VN-JLO

„Wir wollen nur um 6,5 Hektar erweitern. Dafür stehe ich mit meinem Namen.“

„Die Firma Rauch und die Gemeinde argumentieren immer nur mit Geld.“

Ludescher Stimmlage

Wahlberechtige 2452

Unterstützungserklärung für Abstimmung 950

Notwendige Erklärungen 477