15 Monate Haft für Musikhaus-Einbrecher

Vorarlberg / 08.11.2019 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Verurteilte zeigte sich nicht geständig und will den Schuldspruch mit allen ihm zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln bekämpfen. ECKERT

30-jähriger Rumäne bleibt trotz DNA-Spuren hartnäckig bei Unschuldsbeteuerung.

Christiane Eckert

feldkirch „Der Mann ist ein Profi, er benutzte bei dem Einbruch in das Wolfurter Musikfachgeschäft Handschuhe“, so Staatsanwalt Markus Fußenegger beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Doch diese Vorsichtsmaßnahme habe dem Mann nicht geholfen, der Handschuh wurde bei den groben Arbeiten bei der Kellertüre beschädigt und ein Fragment des Handschuhs konnte sichergestellt werden. Darauf eindeutig zu erkennen: die DNA des Verdächtigen. Außer in Rumänien hat der Mann keine Vorstrafen, doch das wird sich bald ändern. Nicht nur in Vorarlberg konnten seine genetischen Spuren nachgewiesen werden, auch in der Schweiz gibt es offenbar eindeutige Ergebnisse, weshalb bereits vorgestern Auslieferung beantragt wurde.

Hoher Schaden

Die Blasinstrumente, fünf Querflöten, neun Klarinetten, acht Trompeten, fünf Waldhörner und zwei Panflöten hatten einen Verkaufswert von 121.000 Euro. Bezahlt hat die Versicherung 75.000 Euro und auch strafrechtlich wird dem Verurteilten „nur“ der Wiederbeschaffungswert angelastet. In der Schweiz wurde der rumänische Einbrecher offenbar im Sommer in Gossau (Kanton St. Gallen) und Villeneuve (Kanton Waadt) tätig. Im ersten Fall beträgt der Schaden 27.000, im zweiten sogar 139.200 Schweizer Franken. Zeitlich war der Einbruch in Vorarlberg vor den Taten in der Schweiz. Als der Mann von der Schweizer Polizei in eine Zelle gesteckt wurde, konnte er fliehen. „Ich bin nicht geflohen, die Türe war offen und ich dachte, man braucht mich nicht mehr, da bin ich einfach gegangen“, meint der bald dreifache Vater.

Verschwörungstheorie

„Jemand, der mir Böses will, muss die Spuren auf der Kellertüre angebracht haben“, glaubt der Beschuldigte an eine Racheaktion. Dass man bei der Hausdurchsuchung in Rumänien in seiner Wohnung jene Zange fand, mit welcher der Einbruch verübt wurde, erklärt er damit, dass er in Wirklichkeit gar nicht dort wohne. „Das sage ich jetzt aber schon zum zehnten Mal, das Werkzeug gehört nicht mir“, ist er verärgert über die Vorwürfe. Er fahre als Paketzusteller durch Europa, seine Frau habe ein abgeschlossenes Rechtsstudium und er höre weder Blasmusik noch spiele er ein Instrument, führt der 30-Jährige aus. Verteidiger Klaus Amann kann seinen Mandanten nicht zu einem Geständnis bewegen und plädiert somit notgedrungen auf ein mildes Urteil. 15 Monate Haft, 75.000 Euro Schadenersatz und 75.000 Euro Verfall werden ausgesprochen. Der Angeklagte sieht das nicht ein und will das Urteil mit allen Mitteln bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hingegen fordert eine höhere Strafe. Von den Instrumenten fehlt nach wie vor jede Spur.