36 Jahre lang Kapellmeister

Vorarlberg / 08.11.2019 • 16:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Xaver Sinz: Ehrenkapellmeister des Musikvereins Langen.
Xaver Sinz: Ehrenkapellmeister des Musikvereins Langen.

Xaver Sinz, Ehrenringträger von Langen bei Bregenz starb mit 93 Jahren.

Ernest Enzelsberger

Langen bei Bregenz Am 16. Oktober 2019 ist Xaver Sinz im 93. Lebensjahr verschieden. Er wurde aufgrund seiner Verdienste um das Vereinswesen, insbesondere für seine langjährige und erfolgreiche Tätigkeit als Kapellmeister des Musikvereins Langen bei Bregenz, im Jahre 1980 mit dem Ehrenring seiner Heimatgemeinde Langen ausgezeichnet.

Xaver Sinz wurde am 12. Juli 1926 geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er auf dem Bauernhof seiner Eltern. Im Jahr 1943 wurde er mit 17 Jahren zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Während seines Kriegsdienstes wurde er durch eine Minendetonation und einen Granatsplitter zweimal an den Beinen verwundet.

Nach dem Krieg führte er mit seinem Pferdefuhrwerk viele Transportfahrten zwischen Langen und Bregenz durch. Das gab ihm eine berufliche Perspektive und so fand er auch bald beim Land Vorarlberg einen Arbeitsplatz als Dienstchauffeur, den er bis zu seiner Pensionierung mit Stolz und Zuverlässigkeit ausübte. Gerne und oft erzählte er über seine Dienstfahrten mit den Sicherheitsdirektoren und den Regierungsmitgliedern zu vielen Orten in Österreich und ins benachbarte Ausland.

Schon in der Jugend entwickelte er seine große Vorliebe für die Blasmusik. Angeleitet von seinem Vater lernte er diese von der Pike auf und bildete sich laufend weiter. Am 1. April 1946 trat er dem Musikverein Langen bei und spielte vier Jahre lang Tenorhorn. Bereits im Alter von 24 Jahren wurde er zum Kapellmeister des Musikvereins Langen gewählt. Diese Bestellung wurde für die nächsten Jahrzehnte richtungsweisend. Xaver Sinz nahm mit seinen Musikanten äußerst erfolgreich an vielen Marschmusik- und Konzertwettbewerben teil, wofür ihm große Anerkennung im Bezirks- und Landesverband gezollt wurde. Auch jedes Konzert im Dorf bereitete er mit Präzision und hohem Qualitätsanspruch vor.

In seiner 36-jährigen Kapellmeistertätigkeit konnte er bei Musikbewerben oft Auszeichnungen und erste Ränge erreichen. Schon im Jahre 1960 gelang ihm mit seinen Musikanten nach intensiver Probenarbeit ein Sieg auf Landesebene und damit die Teilnahme am Bundeswettbewerb des Österreichischen Rundfunks in Innsbruck.

In späteren Jahren wurden auch mehrere Konzert- und Marschkompositionen im ORF-Studio in Dornbirn auf Band gespielt. Die Teilnahme an einer Feier zum 1. Mai und beim Blasmusikfestival in Wien waren weitere Höhepunkte seiner Kapellmeister-Laufbahn. Schließlich übergab er im Jahr 1986 seinen Taktstock an seinen Nachfolger Alois Jäger, welchem er auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stand.

Seitens des Vorarlberger Blasmusikverbandes erhielt er Ehrungen anlässlich 30 Jahre Kapellmeister und 40 Jahre aktiver Musikant. Parallel zum Vereinswesen war Xaver Sinz aber auch ein begnadeter Unterhaltungsmusikant mit seinem Akkordeon. Jahrzehntelang spielte er in mehreren Gruppen, unter anderem mit den „Blauen Jungs“ sowie in verschiedener Duo-Besetzung bei verschiedensten Anlässen zum Tanz auf.

Trotz der vielen Verpflichtungen und Termine war er aber auch ein Familienmensch. Im Jahre 1955 führte er seine Frau Edith zum Traualtar. Der Ehe entstammen die beiden Söhne Peter und Thomas, welche beide eine erfolgreiche Berufslaufbahn einschlugen. Haus und Garten waren für Edith und Xaver stets eine Oase der Ruhe und Erholung.

Nach der Pensionierung widmete sich Xaver weiterhin der Musik, sei es als aufmerksamer Beobachter und Zuhörer bei seinem Stammverein oder bei Konzerten und Wertungsspielen in der Region. Seine sehr pointierten, geradlinigen Bemerkungen zu den gehörten Musikstücken und Ergebnissen sind legendär.

Noch lange erfreute er mit dem Akkordeon unzählige Gäste bei Hochzeiten, Geburtstagen, Firmenfeiern und sonstigen Anlässen.

Die VN bauen die Chronik-Berichterstattung mit runden Geburtstagen, Jubiläen und Nachrufen aus. Melden Sie sich für die kostenlose Rubrik in unserer Chronikredaktion bei Frau Birgit Zoppoth unter Tel. 05572/501-263 oder birgit.zoppoth@vn.at