Das Stimmrecht von Frauen in der Kirche

Vorarlberg / 08.11.2019 • 16:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

So äußerte sich Schwester Birgit Weiler zur Amazonas-Synode. Birgit Weiler ist missionsärztliche Schwester, stammt aus Deutschland und arbeitet in Peru, wo sie zur Schöpfungskommission der dortigen Bischofskonferenz berufen wurde: „Wir spüren, dass wir wirklich als Teil der Gruppe anerkannt werden.“ Sie fuhr fort: „Es gibt uns gegenüber keine klerikale Attitüde; dafür aber eine große Freiheit der Sprache.“

„Wir können es klar aussprechen“

„Wie es uns als Frauen in der Kirche geht. Auch was uns verletzt, welche Veränderungen wir anstreben.“ Birgit Weiler spricht weiter: „Ich habe auch von anderen Frauen, die in den andern Sprachgruppen sitzen, gehört, dass es ihnen genauso geht. Auch sie sprechen von einer offenen Atmosphäre, sodass auch kritische Fragen gestellt werden können – respektvoll, aber offen.“ Und Schwester Birgit weiter: „Ich habe vom ersten Tag an erlebt, dass es eine ganze Reihe von Bischöfen und Kardinälen hier gibt, die uns Frauen wirklich verstehen. Die unsere Anliegen teilen und Veränderungen wollen.“

Mehr Frauen in Führungspositionen der Kirche

Veränderungen – das bedeutet nicht gleich die Priesterweihe von Frauen. Aber es bedeutet schon, Frauen in Chefpositionen zu holen, auch in der Kirche. Am Amazonas würden sie ohnehin schon die pastorale Hauptlast tragen: „In unserer Sprachgruppe haben Bischöfe sehr klar gesagt: Wenn wir wirklich eine synodale Kirche sein wollen, die gemeinsam vorangeht, dann heißt das auch, gemeinsam zu entscheiden. Das heißt, es muss mehr Frauen in Führungspositionen geben! Und da gibt es ein weites Feld, wo es gar nicht nötig ist, dass man geweiht ist; auf dem Frauen – weibliche Laien und geweihte Frauen – verantwortliche Positionen einnehmen können.“

Es geht nicht um einen Machtkampf

„Vielmehr streben wir eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern im Glauben an, in der wir wirklich unsere Gaben teilen: die Gabe der Taufe, unsere Berufung durch Gott, unsere Erfahrungen, Talente und Charismen. Ich glaube, wenn das gelingt, können wir wirklich eine Bereicherung für die Menschheit darstellen.“

Noch ein Stück weit entfernt

Zur Wahrheit gehört indes, dass die Kirche von so einem inklusiven Miteinander noch weit entfernt scheint.

Es gibt ja noch nicht einmal ein Stimmrecht auch nur für eine einzige Frau auf der römischen Bischofssynode. Das sollte sich, findet Schwester Birgit, bald ändern.

AP

AP