Für Lukas Müller ist der Wald Arbeitslatz und Erholungsort

Vorarlberg / 09.11.2019 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lukas Müller ist dem Wald seit seiner Kindheit eng verbunden und liebt seinen Job als Waldaufseher in seinem Revier. VN/HÄMMERLE

Beim Waldpädagogik-Kongress in Bregenz gehörte der Dornbirner zu den Hauptakteuren.

Bregenz Beim österreichischen Waldpädagogik-Kongress in Vorarlberg nimmt Lukas Müller eine Schlüsselrolle ein. Er zieht mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern hinaus in die Natur und erzählt ihnen über die Besonderheiten des Waldes in der Gegend um Bregenz.

Zu erzählen hat Lukas Müller über den Vorarlberger Wald viel. Er kennt sich aus. Seit Kindertagen schon hat ihn dieser besondere Raum fasziniert. „Meine Eltern haben mich natürlich auch beeinflusst. Sie haben mir die Natur und den Wald nahegebracht.“ Heute steht der Dornbirner im Landesforstdienst, ist Waldaufseher für ein großes Gebiet im Raum Kennelbach und Langen bei Bregenz.

„Der Wald ist so vieles“, beginnt der topfitte Vater eines Sohnes zu philosophieren. „Der Wald ist Mystik, Spielplatz und Kraftort. Ich halte mich dort nicht nur beruflich auf, ich hole mir dort viel Ruhe und Energie.“

„Der Wald ist so vieles. Er ist Mystik, Spielplatz und auch ein Kraftort.“

Lukas Müller, Waldaufseher

Weg war vorgezeichnet

Den Weg in den Wald fand Lukas Müller bereits in der Landwirtschaftsschule. Und spätestens als er ein Forstpraktikum absolvierte, war sein Weg vorgezeichnet. „Du musst Waldaufseher werden“, habe ihm der Praktikumsleiter empfohlen. Dieser Empfehlung kam Müller gerne nach. Seit 2002 ist er im Landesforstdienst und hat seine Berufsentscheidung nie bereut. „90 Prozent meiner beruflichen Tätigkeit verbringe ich allein im Wald. Dabei wird mir immer wieder klar, dass ich mich an einem Ort beruflich aufhalten darf, wo andere Urlaub und Erholung suchen.“

Müller will den Wald in seiner Gesamtheit erfahren. So machte er auch den Jagdschein, um den Wald  im Spannungsfeld von Jägerinteressen und Waldschützern zu erleben.“Natürlich bin ich aufgrund meiner Funktion ein Vertreter des Waldes, aber der Ausgleich der Interessen im Sinne eines konstruktiven Miteinanders liegt mir am Herzen“, beschreibt der 39-Jährige seine Haltung.

Zu dieser Haltung gehört auch die Liebe zur Waldschule. „Der Wald“, weiß Müller mittlerweile nur allzu gut, „ist für Kinder von Nutzen genauso wie für Erwachsene.“ Gerne erzählt er Geschichten von Problemschülern, die sich im Wald nach kurzer Anlaufzeit wie selbstverständlich an die geltenden Regeln halten. Ebenso weiß Müller um die inspirierende Wirkung des besonderen Ortes auch für Erwachsene. „Wir haben viele Unternehmen, die mit ihren Mitarbeitern den Wald für Teambuilding-Programme aufsuchen.“ Warum wohl? „Weil der Wald eine spezielle Atmosphäre zu bieten hat.“

Herausforderung Borkenkäfer

Der Wald habe auch ihn gelassener gemacht. „Ich bin eigentlich ein temperamentvoller Mensch. Meine Tätigkeit an diesem speziellen Arbeitsplatz hat sich sehr positiv auf dieses Temperament ausgewirkt. Es ist oft sehr angenehm, wenn ich nach einer aufwühlenden Bürositzung einfach im Wald abtauchen kann. Das tut unheimlich gut.“

Die Vielfalt der Aufgaben als Waldaufseher stellt Lukas Müller tagtäglich vor Herausforderungen. Zu denen gehört die Waldpädagogik genauso wie die Holznutzung, die Entfernung von Problembäumen mit Gefahrenpotenzial für Menschen und vor allem der Umgang mit dem Borkenkäfer. „Der Borkenkäfer wird uns auf Jahre hinaus beschäftigen“, weiß Müller. Trotzdem gehe es dem Wald in Vorarlberg insgesamt gut.

Müller sieht sich als Bindeglied zwischen Behörde und Grundeigentümer, stets darum bemüht, die Balance der verschiedenen Waldnutzer in seinem Revier aufrechtzuerhalten. Stolz ist er darauf, mit allen gut auszukommen. „Aber ich arbeite natürlich auch nicht in einem Problemgebiet wie etwa den TBC-Kerngebieten“, ist dem Waldaufseher sehr wohl bewusst.