Ein Lebenswerk für den Sport

Vorarlberg / 10.11.2019 • 18:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Konrad Lerch: „Im Alter wird man gelassener.“
Konrad Lerch: „Im Alter wird man gelassener.“

Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende – Aktiv im Montagsforum.


BREGENZ
„Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich gesund aufstehen kann. Im Alter wird man zwar gelassener, aber ich will weiterhin körperlich und geistig aktiv bleiben.“

Das erklärt im Gespräch mit den VN Dipl.-Ing. (FH) Konrad Lerch. Der Bregenzer Kaufmann wurde 1998 für seine Verdienste um das Leichtathletik-Mehrkampfmeeting in Götzis, dem heutigen Hypo-Meeting, mit dem Dr.-Toni-Russ-Preis und -Ring ausgezeichnet. Lerch war die treibende Kraft eines Werkes, das sich mit Hilfe einer Schar von Mitstreitern zu einer der bedeutendsten Leichtathletik-Mehrkampfveranstaltungen der Welt entwickelte. Der gebürtige Bregenzer machte sich daneben als Sportler und Betreuer – u. a. von Kugelstoßer Klaus Bodenmüller – und als Trainer der österreichischen Zehnkämpfer bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal und Moskau einen Namen. Konrad Lerch hat sich im Jahre 2002 aus seiner beruflichen Tätigkeit zurückgezogen, das Hypo-Meeting aber noch bis 2010 – also insgesamt 36 Jahre – geleitet und dann die Führung seinen Nachfolgern übergeben. „Ich freue mich jedes Jahr, wie gut diese das machen. Sie haben mein in sie gesetztes Vertrauen voll gerechtfertigt“, freut sich Lerch.

Unterstützung und Integration

Konrad Lerch vertritt die Ansicht „Wir brauchen Menschen, die sich engagieren“ und geht selbst mit gutem Beispiel voran. „Ich habe von der Arbeit des Vereins Vindex erfahren, der sich die Förderung, Unterstützung und Integration von Konventionsflüchtlingen und asylsuchenden Menschen in Österreich zur Aufgabe gemacht hat, und beschloss vor viereinhalb Jahren hinzugehen und ihnen einfach meine Zeit anzubieten.“ So begann er Spenden zu sammeln und rief gemeinsam mit seinen Freunden eine Jobbörse für geflüchtete Menschen ins Leben. Heute ist Lerch in dieser Vereinigung im Vorstand und kümmert sich vor allem um Job- und Lehrstellenvermittlung. Mittlerweile konnte er aufgrund seines Netzwerks über 50 geflüchtete Menschen in Lehr- und Arbeitsstellen unterbringen. Und er erhofft sich seitens der österreichischen Bundespolitik diesem Problem gegenüber eine menschlichere und konstruktivere Einstellung.

Darüber hinaus ist Lerch noch im Beirat des Montagsforums in Dornbirn tätig, und dort wiederum auch in die Programmgestaltung eingebunden. „Diese Arbeit macht mir viel Freude und ist sehr interessant“, so Lerch weiter.

Lerch betreibt aber auch noch viel Sport, wie Skifahren und Skitouren im Winter, und ist im Sommer ein begeisterter Segler. Bei den Reisen, die Lerch früher in die ganze Welt geführt haben, ist der Radius mittlerweile zwar kleiner geworden, „aber es gibt auch in der Region noch viel Neues zu entdecken“, meint er dazu. Zu seinem 80. Geburtstag im August war Konrad Lerch auf den Piz Buin eingeladen. „Das war eine sehr schöne und herausfordernde Erfahrung“, schildert er diese jüngst gemachten Eindrücke.

Lerch wurde für seine herausragenden Leistungen mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet. EE

Zur Person

Dipl.-Ing. (FH) Konrad Lerch

Geboren 23. August 1939 in Bregenz

Ausbildung Humanistisches Gymnasium, Praktikum, Textilfachhochschule in Reutlingen (Textiltechnik und Wirtschaft), Abschluss als Dipl.-Ing. (FH), Abwicklung eines Forschungsauftrages, Studienaufenthalt in Nordirland Beruflicher Werdegang Agentur von Bayer Leverkusen (Textilchemie) für Österreich, später selbständig mit eigener Handelsagentur, Repräsentant von Bayer Leverkusen für Österreich und die Schweiz, zweite Schiene im Sportstättenbau für die Strabag tätig. 2002 Rückzug aus der beruflichen Tätigkeit

Familie fünf Kinder, sieben Enkel