Gemischte Gefühle zum Volksabstimmungsergebnis

Vorarlberg / 10.11.2019 • 21:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Grüne sehen historisches Votum, Landesrat einen Einzelfall.

Reaktionen Nach der Volksabstimmung über die Umwidmung und damit verbunden über die Betriebserweiterungen ist nicht nur die Gemeinde Ludesch gespalten, auch die Reaktionen darauf sind konträr.

So sieht Nina Tomaselli, Abgeordnete zum Nationalrat und stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, das Ergebnis als historisches Votum für den Erhalt der Landesgrünzone: „Das unterstreicht ihren unschätzbaren Wert als Quelle regionaler Lebensmittel und Naherholungsgebiet.“ Das Ergebnis sei zudem die Rechnung für die Verweigerung eines Dialogs mit den Umweltorganisationen und der betroffenen Bevölkerung. „Betriebserweiterungen, die ohne jegliche Kompensation vorangetrieben werden, haben heute einen herben Bremser bekommen“, sagt Tomaselli.

Marco Tittler (ÖVP), Landesrat für Wirtschaft, sieht die Abstimmung mehr als lokalen Einzelfall. „Das Ergebnis der Volksabstimmung in Ludesch ist selbstverständlich zur Kenntnis zu nehmen“, informiert Tittler in seiner ersten Stellungsnahme: „Ich verhehle aber nicht, dass ich mir einen anderen Ausgang gewünscht hätte.“ So sei es notwendig, gerade für Familienbetriebe weiterhin realistische Perspektiven zur Erweiterung am Standort zu schaffen. Deshalb gelte es nun mit dem Betrieb über mögliche Alternativen zu sprechen, so Tittler. Auch Landeshauptmann Markus Wallner vertritt diesen Standpunkt. Sie sehen in der Entscheidung und mit der damit verbundenen Vorgeschichte eine besondere Bedeutung für den im Regierungsprogramm enthaltenen Strategiedialog „Wirtschaft und Umwelt“. „Wirtschaft und Ökologie sind keine Gegensätze“, sagt Tittler. „Vielmehr stecken in dieser Frage große Chancen, wenn alle Beteiligten bereit sind, Schritte aufeinander zuzugehen.“ Gerade im Fall von Ludesch wäre es auch möglich gewesen, eine Art „best practice“ Beispiel zu entwickeln, so Tittler. Nun sei es aber erst einmal wichtig, die Wogen in der Gemeinde zu glätten und wieder eine gute Gesprächsbasis zu finden.

„Ich verhehle nicht, dass ich mir einen anderen Ausgang gewünscht hätte.“

„Letzten Endes ist das Ergebnis die Rechnung für die Verweigerung eines Dialogs.“