Pionier der PR-Arbeit im Heer

Vorarlberg / 11.11.2019 • 17:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Antritt 1985 von Redl als Militärkommandant bei LH Keßler. volare/Helmut Klapper
Antritt 1985 von Redl als Militärkommandant bei LH Keßler. volare/Helmut Klapper

Ehemaliger Militärkommandant GenMjr i.R. Mag. Karl Redl feiert 80. Geburtstag.

Ernest Enzelsberger

LOCHAU Generalmajor i. R. Mag. Karl Redl feiert heute seinen 80. Geburtstag. Er übernahm am 1. Jänner 1985 die Funktion als Militärkommandant von Vorarlberg und blieb dies bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand am 31. Juli 2001. Am 1. Juli 1988 wurde er zum Divisionär befördert. Karl Redl wurde am 12. November 1939 in Wien geboren. Nach der Gymnasialmatura trat er 1958 seinen Präsenzdienst beim Bundesheer an und absolvierte die Militärakademie in Wiener Neustadt. Am 1. Oktober 1962 wurde er als Leutnant zur Fliegerabwehrtruppenschule nach Langenlebarn ausgemustert und war dort als Lehroffizier und Zugskommandant eingeteilt. 1964 bis 1969 war er Batteriekommandant bei der Fliegerabwehrtruppe in Hörsching. Von 1969 bis 1972 absolvierte er die Generalstabsausbildung an der Landesverteidigungsakademie in Wien. Danach war er in Stabsfunktionen im Bereich des Korpskommando II in Salzburg tätig. Als junger Generalstabsoffizier stand er an der Wiege der Öffentlichkeitsarbeit im Bundesheer und war unter Armeekommandant Emil Spannocci, dem „Vater der Raumverteidigung“, wesentlich am Aufbau beteiligt. So schuf er u. a. den „Igel“ als Zeichen der Wehrhaftigkeit Österreichs. Bei mehreren großen Raumverteidigungsmanövern des Bundesheeres (damals gab es diese noch) konnte er in leitender Funktion große Erfolge in der Öffentlichkeitsarbeit verbuchen und produzierte auch die erste Manöverzeitung des Bundesheeres. In der Funktionsperiode von Karl Redl als Militärkommandant erfolgten der Bau und die Inbetriebnahme der Walgau-Kaserne in Bludesch. Sein Verdienst war es auch, die Übungsplatzsituation im Walgau so zu klären, dass eine gediegene Ausbildung der jungen Vorarlberger in Kasernennähe möglich war.

Dank seiner Bemühungen wurde das Militärkommando Vorarlberg im Verlauf mehrerer Heeresreformen analog den anderen Bundesländern gegliedert, wenn auch quantitativ kleiner. Die Gemeinden des Landes zu unterstützen war Teil seines Verständnisses von der Rolle des Heeres im Lande. So war es Militärkommandant Divisionär Karl Redl ein großes Anliegen, den Ansuchen um Hilfeleistungen im Rahmen der Ausbildung für Brücken- und Wegebauten und pioniertechnische Maßnahmen wenn nur irgendwie möglich zu unterstützen. In seiner Dienstzeit wurden im Lande bei mehreren Katastropheneinsätzen Zehntausende Arbeitstage im militärischen Assistenzeinsatz für die Gemeinden und Bürger des Landes Vorarlberg geleistet. Karl Redl engagierte sich auch im sozialen Bereich. Etwa in der Hilfe für die Bosnien-Flüchtlinge in der Jägerkaserne Galina mit der Aktion „Susret“, der Unterstützung der Albanien-Aktion und der Aktion „Ein Dach über dem Kopf“ sowie der „Lebenshilfe“ und dem Blindenheim in Schwarzach. Im kulturellen Bereich sind die Wiederentdeckung und anschließende Restaurierung der „Häusle-Fresken“ und seine guten Kontakte zu den Wiener Symphonikern zu erwähnen. Ein besonderes Anliegen war es ihm stets, durch gelebte Öffentlichkeitsarbeit alle Belange der Landesverteidigung den Bürgern Vorarlbergs nahezubringen, um so auch deren Verständnis für die notwendigen Maßnahmen zu deren Sicherheit zu fördern.

Karl Redl lebt heute in Lochau und als Olivenbauer in Methoni im Süden des Peloponnes. Redl
Karl Redl lebt heute in Lochau und als Olivenbauer in Methoni im Süden des Peloponnes. Redl