Die Arbeit war sein Leben

Vorarlberg / 12.11.2019 • 18:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine herausragende Vorarlberger Unternehmerpersönlichkeit. VN/HB
Eine herausragende Vorarlberger Unternehmerpersönlichkeit. VN/HB

Zum Tod des früheren Kaufmanns und Hoteliers Komm.-Rat Josef M. Resch (96).

BREGENZ Am 29. Oktober 2019 ist Komm.-Rat Josef M. Resch im 96. Lebensjahr verstorben. Damit fand ein arbeitsreiches Leben, das durch viel Engagement und Geschäftstüchtigkeit geprägt war, ein Ende. Darüber hinaus zeichnete ihn auch eine hohe soziale Gesinnung aus.

Sein erfolgreiches Wirken als einer der mutigsten Unternehmer Vorarlbergs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vielfach hoch ausgezeichnet. So u.a. durch die Verleihung des Titels „Kommerzialrat“, die Silberne Kammermedaille und das Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg.

Der leidenschaftliche Skifahrer und Golfer war auch einer der ersten Faschingsprinzen in Bregenz, der dem Bregenzer Altprinzenverband bis zuletzt auf das engste verbunden blieb. Der Altprinzenball war alljährlich für ihn ein Fixtermin.

Josef Resch wurde am 21. Juli 1924 in Kennelbach geboren und wuchs in Hard auf. „Es hat bei uns im Haus kein Fest gegeben, bei dem nicht unter den Gästen für wohltätige Zwecke gesammelt wurde. Die Spenden kommen Hilfsorganisationen, die sich bedürftigen Kindern in Vorarlberg annehmen, zugute“, schilderte Josef Resch 2014 in einem Gespräch mit den VN.

Schon 1963 legte er als Bregenzer Faschingsprinz „Ore der Sechste“ mit Genehmigung von Bürgermeister Karl Tizian eine Tombola auf, bei der 80.000 Schilling als Startkapital für den Neubau des Kindergartens in Vorkloster eingespielt wurden. Er hatte auch einen viel beachteten Auftritt beim Politikerball im Wiener Rathaus, als er in Anwesenheit der Bundesregierung als Altprinz im Auftrag Karl Tizians mit einem Rettungsring des damals neuen Bodenseeschiffes einmarschierte und so die landesweite Forderung, diesem Schiff den Namen „Vorarlberg“ zu geben, unterstrich.

Seine Frau Irma, die aus Königsberg in Ostpreußen stammt und mit der er über 70 Jahre verheiratet war, hatte Resch in den Wirren der letzten Kriegstage kennengelernt. Sie ist ihm am 7. November 2019 in den Tod nachgefolgt.

Der Berufswunsch von Josef Resch war es schon immer, selbständiger Kaufmann zu werden und so gründete er noch während des Besuches der Handelsakademie ein Geschäft für den „Handel mit Waren aller Art“. Nach der Genehmigung von Kompensationsgeschäften mit Deutschland und der Schweiz kam der Handel mit Vorarlberger Stickereien und anderen Waren in Schwung. Im Gegenzug importierte Resch die besonders von der aufstrebenden Vorarlberger Textilindustrie dringend benötigten Maschinen und Ersatzteile. „Steine und Schotter vom Steinbruch in Hohenems habe ich für den Bau der Seestraße nach Lindau geliefert“, schilderte Resch die Anfangsjahre seiner wirtschaftlichen Tätigkeit. Später erhielt er von den Weltfirmen WMF (Württembergische Metallwaren) und DLW Linoleum die Generalvertretung für Österreich und eröffnete in Wien, nur 50 Meter vom Stephansdom entfernt, ein Filialbüro. Damals gehörten auch die namhaften Möbelhäuser in Österreich zu seinen Abnehmern.

Ein weiterer wichtiger Schritt war für Resch der Erwerb der Glasmanufaktur „Traunkristall“ in Ebensee. Zu den Kunden dieses Unternehmens zählten u. a. das Königshaus von Kuala Lumpur, die Familie des Scheichs in Dubai und der Fürst von Liechtenstein.

Prominent war auch die Gästeschar im Fünf-Sterne-Hotel „Albona“ in Zürs, dessen Eigentümer Resch durch 40 Jahre war. Dort war der deutsche Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg 39 Jahre Gast. Auch König Hussein von Jordanien, der Fürst von Liechtenstein, die Autorennfahrer Jochen Mass und Jochen Rindt, zahlreiche Skiasse sowie der weltbekannte Golfspieler Bernhard Langer mit Familie finden sich im Gästebuch.

Der Verstorbene vertrat seinen Berufsstand auch als langjähriger Funktionär in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Bundeswirtschaftskammer in Wien. EE