Die schwangere Freundin grob angefasst

Vorarlberg / 12.11.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Angeklagte gelobte Besserung und einen besseren Umgang mit seiner Lebensgefährtin. ECKERT

960 Euro Geldstrafe für rabiaten Lebensgefährten, der sich bald als Vater beweisen wird müssen.

Christiane Eckert

Feldkirch Im Sommer dieses Jahres hatte sich der 19-Jährige den Fuß verletzt, er wollte ins Spital und seine Mutter erklärte sich bereit, den jungen Mann zu fahren. Die schwangere Freundin wollte eigentlich erst mitfahren und wartete in Bregenz an einer Bushaltestelle. Dann überlegte sie es sich doch anders. Ein alter Streit keimte wieder auf, eine Diskussion und die Situation eskalierte auf offener Straße. Die Mutter saß im Auto und sah, wie sich das junge Pärchen in die Haare geriet. Weil der Streit so heftig war, rief sie schlussendlich die Polizei, die dann auch anrückte.

Betrunken

Beim Prozess am Landesgericht Feldkirch gibt der 19-Jährige zu, dass er betrunken war. Er räumt auch ein, dass es ihm wichtig gewesen wäre, dass ihn seine Freundin ins Spital begleitet. Er habe Angst gehabt, dass sie sich nach dem Streit eventuell von ihm trennen würde und wollte sie deshalb umarmen. Das war aber der 18-Jährigen in dem Moment nicht willkommen und sie wehrte sich gegen die Annäherungen. Sie wollte einfach gehen. Ihr Lebensgefährte fasste sie an den Händen und wollte sie zurückhalten. Offenbar so grob und fest, dass sie blaue Flecken an den Unterarmen davontrug. Zwar waren diese am nächsten Tag wieder verschwunden, aber rechtlich handelt es sich trotzdem um eine Körperverletzung. Dass er das Mädchen nicht gehen ließ, ist Nötigung. Die Polizei bekam alles mit, das Rädchen war am Laufen, ein Strafprozess die Folge, selbst wenn sich die beiden längst wieder versöhnt haben.

In Entzugseinrichtung

Der junge Mann ist vorbestraft und hat keinen Job. Geld hat er auch keines, dafür ein Alkoholproblem und bald ein Kind. Doch er bemüht sich offenbar. Er kontaktierte von sich aus eine Entzugseinrichtung und lässt sich helfen. Gemeinsam mit der Freundin will er in eine gemeinsame Wohnung ziehen und es künftig besser machen. Mildernd waren das Geständnis und der Umstand, dass er noch unter 21 ist. Erschwerend die Vorstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.