Glückliche Momente

Vorarlberg / 12.11.2019 • 17:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Majimaz boten neben sefardischen Liedern, Klezmer, arabischer und jiddischer Musik zahlreiche Eigenkompositionen.BI
Majimaz boten neben sefardischen Liedern, Klezmer, arabischer und jiddischer Musik zahlreiche Eigenkompositionen.BI

Berührendes Konzert der Gruppe Majimaz in der Villa Falkenhorst.

Thüringen „Es ist heute ein ganz besonderer Abend mit einem ganz besonderen Konzert. Majimaz entführt uns in eine Kleinwelt aus arabischer und jüdischer Musik. Durch diese Verbindung entsteht ein neues Klangbild des Friedens. Dies sollten wir uns gerade heute Abend ganz besonders bewusst machen“, erklärte Verena Burtscher, Geschäftsführerin der Villa Falkenhorst, anlässlich des Konzerts der Formation Majimaz am vergangenen Samstag. Die besondere Bedeutung des Abends lag am Jahrestag der Novemberpogrome im Jahr 1938, in welchem die schlimmsten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung seit dem Mittelalter stattfanden.

Wasser und Diamant

Der Name des Ensembles leitet sich vom hebräischen Wort „majim“ (Wasser) und dem arabischen Wort „almaz“ (Diamant) ab. „Im Vorderen Orient ist Wasser Lebensspender, Wasser verbindet und bringt Trockenheit zum Erblühen – Wasser ist daher so kostbar wie ein Diamant“, erläuterte die Sängerin Simone Klebel-Pergmann die Namensgebung der Formation, die bereits seit dem Jahr 2005 besteht. In vielen Teilen der Erde lebten früher Juden, Araber und Christen friedlich miteinander, woraus sich ein einzigartiger Austausch der Kulturen entwickelte und ein kostbares musikalisches Erbe entstand. Majimaz hat den Anspruch, mit neuen, eigenen Arrangements jüdische und arabische Musik und deren Verbindung zu neuem Leben zu erwecken. Dies wurde mit sefardischen Gesängen, arabischer und jüdischer Instrumentalmusik sowie altisraelischen und jiddischen Liedern sehr gekonnt umgesetzt.

Der Konzerttitel „Momentn fun Glik“, was übersetzt „Momente des Glücks“ bedeutet, war gleichzeitig auch der Themenschwerpunkt des Abends, denn die dargebotene Musik machte schlichtweg glücklich. Die zum Teil von Simone Klebel-Pergmann geschriebenen Texte beinhalteten sehr schöne Sequenzen, wie etwa: „Du reichst mir deine Hand im Widerhall der Menschlichkeit“ oder „Augenblicke erzählen Geschichten zweier Seelen“. Mit dem Lied „Viaje“ wurde ein Gedicht von Matilda Koen-Sarano vertont, bei das es um die Trennung von zwei Liebenden am Bahnhof geht. „Beide haben sich irrsinnig geliebt und sie wissen, dass sie sich nie wiedersehen werden. Nun sitzen beide in verschiedenen Zügen und denken aneinander: ‚Ich fühle, deine Seele ist ganz fern von mir. Alles ist gesagt‘“, trug Simone Klebel-Pergmann den Text vor. Die sefardischen Lieder würden alle vorwiegend dem Thema Liebe gewidmet sein, wobei man die Grundintention  wahrscheinlich nicht auf diese Weise auf Deutsch ausdrücken würde.

Zu den Mitgliedern der Formation Majimaz zählt neben Simone Klebel-Pergmann auch Marwan Abado mit Gesang und dem Ud, Bernhard Klas an der Klarinette, Bernie Rothauer mit Gitarre und der Rahmentrommel sowie Bernd Konzett am Bass. Als „special guest“ war außerdem Krysztof Dobrek am Akkordeon zu hören. Musik von Orient bis Okzident bildete ein harmonisches Gesamtereignis, das das Publikum zutiefst berührte. Es war ein sehr sinnliches Klangerlebnis, das die Zuhörer am Ende mit standing ovations bedachten. BI

„Die Verbindung aus arabischer und jüdischer Musik ergibt ein neues Klangbild des Friedens.“