Im Löwensaal hieß es „All’s Dialekt“

Vorarlberg / 12.11.2019 • 17:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stefan Otto heizte dem Publikum auf niederbayrisch ein.
Stefan Otto heizte dem Publikum auf niederbayrisch ein.

Bayerische und heimische Mundart auf der Bühne in Hohenems.

Hohenems „Ois dabei, Gitarr, Keyboard und Woschbrettl!“ Stefan Otto bewies auf seine fröhliche bayrische Art, was man mit Mundart alles anstellen kann. Das Urgestein aus Niederbayern eröffnete am Mittwochabend das Hohenemser Mundartfestival und gab den Startschuss zu lustigen Tagen mit Ausdrücken, die so manch einer noch nie gehört hat. Im Löwensaal blieb kein Auge trocken ob der Auswahl an Comedians, die Dieter Heidegger, Michael Willam und Harald Eisenhofer eingeladen hatten, sich am Festival zu beteiligen.

Hochzeitsrausch und Schimpfworte

Mit Worten des Fluchens, des Schimpfens und des Spottens ist Wolfgang Berchtolds neuestes Werk gespickt. Rund 2500 Wörter hat der Götzner gesammelt und in seinem Buch zusammengefasst, das er im Foyer des Löwensaals einem schmunzelnden Publikum vortrug. Selbst Jugendliche, die der Autor befragte, brachten es in kürzester Zeit auf 280 Schimpf- und Fluchwörter. Ob Lalli, Lappi, Depp oder Strohkopf, Berchtold hatte sich die Mühe gemacht und viele der Worte nach ihrem Ursprung hin untersucht. „So ist zum Beispiel ein Eumel ein liebenswerter Trottel“, so der Verfasser des Buches. Während die Gäste noch die Fluchworte verdauten, wartete schon Gabi Fleisch auf der Löwenbühne, um als Hertha den Sinn des Lebens zu erforschen und ernsthaft an Verehelichung zu denken. Oma Lilli war da schon einen Schritt weiter und tauschte beflissen die Ringe mit Paul, nicht ohne ironischen, leicht bissigen Humor.

Auch Mundartrock vom Feinsten konnte das Publikum im Löwen sich zu Gemüte führen: Kopfeck steht für die bayrische Seele und brachte eine geballte Ladung an Mundartmusik auf die Bühne. Den Leuten gefiel der Tonfall, der im Löwensaal am Festival-Wochenende herrschte, schließlich ist der heimische Dialekt das Erste, was wir an Sprache lernen und die begleitet uns ein Leben lang. Mit einer Bierverkostung am Samstagabend wurden die Gäste auch kulinarisch mit Außergewöhnlichem verwöhnt. pe

Harald Eisenhofer (v.l.), Michael Willam und Dieter Heidegger, die Organisatoren des Mundartfestivals. pe
Harald Eisenhofer (v.l.), Michael Willam und Dieter Heidegger, die Organisatoren des Mundartfestivals. pe