Aidshilfe erweitert ihr Testangebot

Vorarlberg / 13.11.2019 • 14:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Diese Bilder sollen bezüglich HIV ein Umdenken in der Öffentlichkeit bewirken. VOL.AT/MAYER

Grund ist die Zunahme an Erkrankungen bei Chlamydien und Tripper.

Bregenz Die Aidshilfe erweitert ihr Testangebot. Ab dem kommenden Jahr werden Testungen auch auf Chlamydien und Gonorrhö, besser bekannt als Tripper, möglich sein. Bei diesen Erkrankungen handelt es sich um solche, die ebenfalls durch Sexualkontakte übertragen werden, wobei vor allem die Chlamydien als hochinfektiös gelten. „Beide Infektionen sind wieder im Vormarsch“, begründete Aidshilfe-Geschäftsführerin Angela Knill das Engagement auch in dieser Sache. Die Betriebsjahre 2018 und 2019 standen indes wieder ganz im Zeichen der Beratung, Betreuung von HIV-Infizierten sowie der Prävention bei Jugendlichen. Die ist Knill besonders wichtig. „Jede Generation muss neu informiert werden, um in der Bekämpfung von Aids erfolgreich zu bleiben“, meinte sie bei der Jahrespressekonferenz im Vorfeld des Welt-Aids-Tags.

Plakatkampagne

In Vorarlberg leben derzeit etwa 240 Personen mit dem HI-Virus. Zehn Menschen haben sich 2018 neu angesteckt. Gut 95 Prozent sind in Behandlung, 85 Prozent dank Therapie bereits unter einer nachweisbaren Viruslast. Damit kann keine Übertragung mehr erfolgen. Diese Botschaft gilt es laut Knill in der Öffentlichkeit zu transportieren, denn noch immer sind Betroffene mit Ausgrenzung und Isolation konfrontiert. Nach wie vor geistere die Vorstellung von dahinsiechenden Aidsopfern durch die Köpfe. Eine sympathische Plakatkampagne soll dieses Bild ändern. Sie zeigt Menschen, die trotz Infektion ihr Leben als Mütter und Paare leben.  Der Vorarlberger Künstler Helmut King unterstützt die Aidshilfe, indem er Kondomhüllen in der ihm eigenen und unverkennbaren Art gestaltet.

Lifeball-Aus wirkt nach

Schwer getroffen habe die Aidshilfe das Aus des Lifeballs, räumte die Aidshilfe-Geschäftsführerin ein. Die finanzielle Einbuße führte dazu, dass Direkthilfen komplett gestrichen werden mussten. „Zum Glück ist es uns gelungen, wichtige Projekte wie Klinikfahrten oder organisierte Treffen für HIV-Positive aufrechtzuerhalten“, hofft Angela Knill auf eine Weiterführung im kommenden Jahr. Derzeit werden von zwei Sozialarbeiterinnen der Aidshilfe 110 Klienten regelmäßig bzw. nach Bedarf betreut. Schwerpunkt ist unter anderem die Unterstützung bei der Existenzsicherung und Alltagsbewältigung. Im Präventionsbereich organisierte die Aidshilfe 128 Veranstaltungen, 84 davon in Schulen. Dabei wurden 1777 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Neues gibt es von der Personalfront. Seit Januar steht die Aidshilfe unter der Leitung von Angela Knill. Bereits Ende 2018 hat sich der Vorstand komplett erneuert. Obfrau ist nun Sigrid-Hieble Gruber. Als Kassierin gehören Petra Hörtnagel und als Schriftführerin Katharina Klaus noch der Riege an. VN-MM

Aktivitäten zum Welt-Aids-Tag 2019

19. November 2019: Informationsreihe Positiv informiert, 19 Uhr, Spielboden Dornbirn; gezeigt wird der Dokumentarfilm „positiv schwanger“.

22. bis 29. November 2019: Europäische HIV und Hepatitis Testwoche; am Dienstag, 26.11., und Donnerstag, 28.11., gibt es den Schnelltest in der Aidshilfe gratis.

22. November bis 2. Dezember 2019: Information im öffentlichen Raum. 1. Dezember 2019: Feier zum Welt-Aids-Tag in der Kapelle St. Arbogast, Beginn 18.15 Uhr; mit der Aidshilfe, der Regenbogenpastoral und Zeitzeugen; jeder ist willkommen.