Aidshilfe erweitert Testangebot

Vorarlberg / 13.11.2019 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Angela Knill steht der Aidshilfe neu als Geschäftsführerin vor. vol.at/mayer
Angela Knill steht der Aidshilfe neu als Geschäftsführerin vor. vol.at/mayer

Grund ist die Zunahme von Infektionen durch Chlamydien und Tripper.

Bregenz Die Aidshilfe erweitert ihr Testangebot. Ab dem kommenden Jahr werden Testungen auch auf Chlamydien und Gonorrhö, besser bekannt als Tripper, möglich sein. Bei diesen Erkrankungen handelt es sich um solche, die ebenfalls durch Sexualkontakte übertragen werden, wobei vor allem die Chlamydien als hochinfektiös gelten. „Beide Infektionen sind wieder im Vormarsch“, begründete Aidshilfe-Geschäftsführerin Angela Knill das Engagement auch in dieser Sache.

95 Prozent in Behandlung

Die Betriebsjahre 2018 und 2019 standen indes wieder ganz im Zeichen der Beratung, Betreuung von HIV-Infizierten sowie der Prävention bei Jugendlichen. Die ist Knill besonders wichtig. „Jede Generation muss neu informiert werden, um in der Bekämpfung von Aids erfolgreich zu bleiben“, meinte sie bei der Jahrespressekonferenz im Vorfeld des Welt-Aids-Tags.

In Vorarlberg leben derzeit etwa 240 Personen mit dem HI-Virus. Zehn Menschen haben sich 2018 neu angesteckt. Gut 95 Prozent sind in Behandlung, 85 Prozent dank Therapie bereits unter einer nachweisbaren Viruslast. Damit kann keine Übertragung mehr erfolgen. Diese Botschaft gilt es laut Knill in der Öffentlichkeit zu transportieren, denn noch immer sind Betroffene mit Ausgrenzung und Isolation konfrontiert. Nach wie vor geistere die Vorstellung von dahinsiechenden Aidsopfern durch die Köpfe. Eine sympathische Plakatkampagne soll dieses Bild ändern. Sie zeigt Menschen, die trotz Infektion ihr Leben als Mütter und Paare leben. Der Vorarlberger Künstler Helmut King unterstützt die Aidshilfe, indem er Kondomhüllen in der ihm eigenen und unverkennbaren Art gestaltet.

Life-Ball-Aus wirkt nach

Schwer getroffen habe die Aidshilfe das Aus des Life-Balls, räumte die Aidshilfe-Geschäftsführerin ein. Die finanzielle Einbuße führte dazu, dass Direkthilfen komplett gestrichen werden mussten. „Zum Glück ist es uns gelungen, wichtige Projekte wie Klinikfahrten oder organisierte Treffen für HIV-Positive aufrechtzuerhalten“, hofft Angela Knill auf eine Weiterführung im kommenden Jahr. Derzeit werden von zwei Sozialarbeiterinnen der Aidshilfe 110 Klienten regelmäßig bzw. nach Bedarf betreut. Schwerpunkt ist unter anderem die Unterstützung bei der Existenzsicherung und Alltagsbewältigung. Im Präventionsbereich organisierte die Aidshilfe 128 Veranstaltungen, 84 davon in Schulen. Dabei wurden 1777 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Neuer Vorstand

Neues gibt es von der Personalfront. Seit Jänner steht die Aidshilfe unter der Leitung von Angela Knill. Bereits Ende 2018 hat sich der Vorstand komplett erneuert. Obfrau ist nun Sigrid Hieble-Gruber. Als Kassierin gehören Petra Hörtnagel und als Schriftführerin Katharina Klaus noch der Riege an. Die Aidshilfe beschäftigt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit insgesamt 150 Stunden, was einem Vollzeitäquivalent von 3,75 entspricht. Auch Ärztinnen und Ärzte in geringfügiger Anstellung mit insgesamt acht Wochenstunden pro Monat stehen im Dienst der Aidshilfe. VN-MM

Welt-Aids-Tag 2019

19. November Informationsreihe Positiv informiert, 19 Uhr, Spielboden Dornbirn; gezeigt wird der Dokumentarfilm „positiv schwanger“.

22. bis 29. November Europäische HIV und Hepatitis Testwoche; am Dienstag, 26.11., und Donnerstag 28.11., gibt es den Schnelltest in der Aidshilfe gratis.

22. November bis 2. Dezember Information im öffentlichen Raum.

1. Dezember Feier zum Welt-Aids-Tag in der Kapelle St. Arbogast, Beginn 18.15 Uhr; mit der Aidshilfe, der Regenbogenpastoral und Zeitzeugen; jeder ist willkommen.