Sprengkommando im Dornbirner Rappenloch

Vorarlberg / 13.11.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den letzten Wochen wurde die Sprengung des Felsens im Vordergrund vorbereitet. STD

Gefährliche Felsnase wird aus Sicherheitsgründen abgesprengt.

Dornbirn Nach dem großen Felssturz vom Mai 2011, der die Rappenlochbrücke in die Tiefe riss, stürzen demnächst wiederum Gesteinsmassen in die Schlucht. Allerdings ist diesmal nicht die Natur am Werk, sondern ein Sprengkommando, das in den vergangenen Wochen die Aktion vorbereitet hat.

Über den genauen Termin der Sprengung in der Nähe der provisorischen Rappenlochbrücke will und kann die Stadt keine Auskunft geben. Einerseits hängt die Zündung der Dynamitstäbe von den Witterungsbedingungen ab, andererseits soll verhindert werden, dass sich Menschen, die das Spektakel aus der Nähe verfolgen wollen, in Gefahr begeben.

Tatsache ist indes, dass das Feuerwerk in den nächsten Tagen stattfindet. Es wird damit gerechnet, dass mehrere Tausend Kubikmeter Gestein in die Tiefe donnern werden. Kurz vor der Sprengung wird das Gebiet von der Feuerwehr großräumig abgesperrt.

„Es geht um Sicherheit“

Für die Sprengung gibt es handfeste Gründe, weiß Tiefbaustadtrat Gebhard Greber: „Es geht in erster Linie um die Sicherheit, denn die Felsformation würde bei einem unkontrollierten Absturz Menschen, die in der Gegend unterwegs sind, gefährden.“ Ebenso besteht die Gefahr, dass eine wichtige Trinkwasserleitung aus dem Ebnitertal nach Dornbirn unterbrochen würde.

Unmittelbar nach der Sprengung werden die Gesteinsmassen, die teilweise auch vom Felssturz aus dem Jahr 2011 stammen, aus der Schlucht geräumt. Ein Teil des Materials soll an Baufirmen verkauft werden. Für den Abtransport, der ungefähr eine halbe Million Euro kosten dürfte, wurde bereits eine Zufahrt gebaut. Damit werden auch die Voraussetzungen für das Ende der Verlandung und die Erhaltung des Staufensees geschaffen. Die Sprengung selbst, die erst nach einem langen Behördenverfahren genehmigt wurde, dürfte die Stadt rund 215.000 Euro kosten.

Neue Brücke

Nach den Sicherungsarbeiten kann dann die Planung der neuen Rappenlochbrücke, die die Pionierbrücke des Bundesheers ersetzt, in Angriff genommen werden. Bereits installiert wurden mächtige Felsanker für ein sicheres Fundament. Geplant ist auch der Einbau von Messstationen, um Bewegungen des Geländes im Auge zu behalten. Greber rechnet damit, dass 2021 mit dem Bau der neuen Brücke, dem Herzstück der Verbindung ins Ebnit, begonnen werden kann. HA